Arabella Kiesbauer, Moderatorin: "War ein richtiger Kotzbrocken"

7. Juli 2005, 15:46
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Meine schlimme Phase begann mit etwa 14, 15 Jahren. Ich war sehr gut in der Schule, aber ich bin immer wieder ausgebüchst. Kaum war meine Großmutter im Bett, bin ich wieder aufgestanden, habe mich angezogen und ...

... bin ab in die Disco. Ich habe mir dort die Nächte um die Ohren geschlagen. Meine Eltern wussten nichts davon. Als Eltern bezeichne ich übrigens meine Großmutter und meine Mutter, bei denen ich aufgewachsen bin.

Die wirklich schwierige Phase kam später, mit 17, 18, wo ich immer konträr zu dem eingestellt war, was meine Eltern gesagt haben und wollten. Ich wollte immer das Gegenteil. Das ging so weit, dass mich meine Großmutter mit 18 auch einmal von zu Hause rausgeworfen hat.

Wenn man zu studieren anfängt, hat man plötzlich nicht mehr diesen strengen Stundenplan, da beginnt das freie Leben, und da habe ich es ein bissl übertrieben mit Weggehen und so. Heute muss ich sagen, ich war damals ein richtiger Kotzbrocken.

Ich habe dann wieder zu Hause gewohnt, ich war auch reumütig. So weit ging die Freiheitsliebe dann doch nicht. Ich habe gesehen, dass es nicht nur von den Annehmlichkeiten her zu Hause schön ist, sondern auch von diesem Gefühl, das einem die Eltern ja immer geben - dass es schön ist, dass ich da bin.

Politik war kein Thema

Politik war damals kein Thema. Und was den Lebensstil meiner Eltern betrifft - der war sowieso schon sehr unkonventionell. Ich musste mich nicht dagegen auflehnen, weil es so spießig bei uns zu Hause gewesen wäre, das war es nämlich nicht. Das war immer schon ein freigeistig denkendes Milieu und Umfeld, das ich da kennen gelernt habe. Mein Auflehnen war ein ganz normales Auflehnen generell gegen irgendjemanden, das muss ja in der Pubertät so sein. Da sind die Eltern die ersten Opfer.

Keine Karrierepläne als Jugendliche

Karrierepläne hatte ich als Jugendliche keine. Schule fertig machen war das einzige Thema. Nach der Matura habe ich Publizistik und Theaterwissenschaft studiert. Ich habe meine Diplomarbeit zwar geschrieben, aber ich habe die Diplomprüfung nie gemacht. Das habe ich noch im Hinterkopf, es geht ja nur um den Titel, der mir jetzt noch fehlt. Ich bin zwar im Herzen Wienerin und Österreicherin, aber so wichtig ist mir das auch wieder nicht, dass die Leute Frau Magister zu mir sagen.

Das mit meiner Fernsehkarriere ging ganz schnell. Zu Beginn meines Studiums habe ich beim ORF vorgesprochen, habe diese Castings gemacht, dann hat es wieder ein halbes Jahr gedauert und dann stand ich das erste Mal vor einer Kamera. (DER STANDARD, Printausgabe, 15./16.11.2003)

Arabella Kiesbauer wurde am 8. April 1969 in Wien geboren. Bereits während ihrer Studienzeit hatte Kiesbauer erste Kontakte zum Fernsehen. 1991 startete sie in München beim Privatsender Pro Sieben. 1994 erhielt sie ihre eigene Talkshow: "Arabella". Binnen weniger Monate avancierte sie zu einer der populärsten Moderatorinnen des deutschen Fernsehens. Im ORF präsentiert sie "Starmania" (Bild).

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    foto: orf/ali schafler
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