Grazer Straßennamen sollen weiblicher werden

11. November 2003, 11:06
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Nur 1,5 Prozent der Grazer Namensdenkmäler sind nach Frauen benannt - Gemeinderat beschließt neue Benennungsrichtlinien

Graz - Neue Straßen und Plätze in Graz sollen künftig häufiger nach Frauen benannt werden. Das sieht eine Änderung der Benennungsrichtlinien vor, die am kommenden Donnerstag (13.11.) im Gemeinderat beschlossen werden soll. Just am gleichen Tag wird auch ein neuer Park über der Nordspange "getauft" - in Leharpark, wie die unabhängige Grazer Frauenbeauftragte Daniela Jauk kritisiert.

Jauk hatte schon wiederholt auf die Situation der Grazer Straßen- und Platzbezeichnungen aufmerksam gemacht: In Graz heben kaum mehr als zwei Dutzend Straßen mit ihrem Namen biografisch erfassbare Frauen hervor. Das entspreche einem Anteil von 1,5 Prozent der Grazer Namensdenkmäler. Diese Tendenz, nur wichtige Männer zu verewigen, sei auch in jüngster Zeit ungebrochen: Von 1993-2003 wurden in Graz vier Benennungen mit weiblichem Bezug erfolgt, wohingegen 24 einen männlicher Bezug aufweisen (22 sonstiger Bezug, Anm.), so Jauk.

Mit der Neubenennung des Parks Nordspange im Bezirk Geidorf in "Leharpark" könnte nun wieder eine Chance vertan werden, "dieser sichtbaren Ungleichheit entgegenzuwirken", befürchtet die Frauenbeauftrage: "Lehar ist natürlich ein ganz toller Grazer, er ist auch bereits durch die Lehargasse gewürdigt". Jauk schlägt die erste steirische Landtagsabgeordnete Martha Tausk als weibliche Alternative vor. (APA)

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    Blick auf Graz über die Murinsel.
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