Schach: Kasparow bereit für Duell Mensch-Maschine im 3D-Verfahren

12. November 2003, 09:24
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Russe spielt mit Spezialbrille

Garri Kasparow ist bereit für das nächste Duell "Mensch-Maschine". Der russische Großmeister tritt ab (morgigen) Dienstag in New York gegen den deutschen Schachcomputer "Fritz" an. Das starke Programm läuft auf einem Rechner mit vier Prozessoren und wird den noch immer weltbesten Spieler in einem Vier-Partien-Match erstmals im 3D-Verfahren prüfen. Gegen ein "schwebendes" dreidimensionales Schachbrett Kasparow spielt dabei gegen ein "schwebendes" dreidimensionales Schachbrett. Der Mensch hat während des Wettkampfs die Steine nicht wie gewohnt vor sich, sondern trägt eine Spezialbrille, um die plastisch aus dem Bildschirm hervortretenden Figuren virtuell richtig wahrnehmen zu können. "Das war gewöhnungsbedürftig", sagte das Schach-Genie aus Moskau nach den ersten Tests. Zu Beginn des Jahres hatte der Weltranglisten-Erste gegen das Schachprogramm "Deep Junior" ebenfalls in New York sechs Partien ausgetragen. Das Duell endete 3:3 und machte deutlich, dass die Maschine im Laufe eines Matchs immer stärker wird. Der Computer zeigt nach Niederlagen keine Emotionen, kann umprogrammiert werden und wird nicht müde, so dass seine Chancen mit zunehmender Partienzahl steigen. Weniger Spiele Auf Kasparows Wunsch wurde deshalb die Anzahl der Spiele reduziert. Nach dem Auftakt am Dienstag sind die anderen Spiele für Donnerstag, Sonntag und den 18. November angesetzt. Kenner der Szene verwundert es, dass diesmal kein Preisgeld ausgelobt ist. In der Regel beträgt die Börse bei solchen Events eine Million Dollar. Kasparow erhält eine dicke Antrittsgage, über deren Höhe aber nichts bekannt wurde. Nach Angaben der Herstellerfirma des Schachprogramms "Fritz", ChessBase aus Hamburg, bekommt ihr Superstar für dieses Match keinen einzigen Dollar. (APA/dpa)
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