Trend zu klassischem Spielzeug für Weihnachten

14. Dezember 2003, 13:07
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GameBoy Advance und Brettspiele mit elektronischer Sprachausgabe dürten etwas Hightech unter den Baum bringen

Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft geht der Trend erneut zu klassischem Spielzeug. Wie die deutschen Branchenverbände aus Industrie und Handel am Mittwoch erklärten, wird die aktuelle Hitliste dominiert von Klassikern wie Playmobil, Carrera-Autorennbahn und der Neuauflage des Gesellschaftsspielklassikers "Die Siedler von Catan". Der Spielwarenhandel glaubt zudem, die Talsohle durchschritten zu haben und rechnet dieses Jahr mit einem Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Sparen wo es geht

"Die Deutschen sparen lieber bei ihren Ausgaben für Kleidung, Zeitungen und Porzellan als bei Spielwaren sowie Hobby- und Bastelbedarf", sagte Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Er erwarte zudem positive Impulse für den Markt, falls die Steuerreform vorgezogen werde.

"Qualität und Kult"

"Qualität und Kult bestimmen das Geschäft", sagte Corinna Printzen vom Verband der Spielwarenindustrie. Trotz Wirtschaftskrise seien Taschengeld und Sparguthaben von Kindern und Jugendlichen um rund 25 Prozent gestiegen, fügte sie hinzu. Allein die Acht- bis Vierzehnjährigen verfügten insgesamt über ein Taschengeldbudget von einer Milliarde Euro jährlich. Dieses Geld sitze zudem vergleichsweise locker: "Diese Altersgruppe gehört nicht zur Geiz-ist-geil-Generation", sagte Printzen.

Die Zielgruppe sei meist auf der Suche nach eigenständigen Identifikationsmerkmalen. Eine immer größere Rolle spiele deshalb so genanntes "Kultspielzeug" wie das High-Tech-Kreiselspiel "Beyblades", das sich 2003 zum regelrechten Renner entwickelt habe. Ganz oben im Verkaufsranking der Branche stehe auch das Sammelkartenspiel "Yu-Gi-Oh", das an eine japanischen Zeichentrickserie anknüpft und an die Pokemonwelle im Jahr 2001 erinnert.

Computertechnik und Elektronik

Trotz des Trends zu klassischem Spielzeug zu Weihnachten nehme der Anteil von Computertechnik und Elektronik am Umsatz zu. Rund 25 Prozent entfielen inzwischen auf derartige Produkte, sagte Walter Mackholt von der Interessengemeinschaft Spiel und Freizeit. Der Umsatz mit traditionellem Spielzeug sei hingegen seit Jahren rückläufig.

Auf der diesjährigen Hitliste taucht denn auch beispielsweise der "Game Boy Advance" auf, ebenso wie eine elektronisch gesteuerte, kuschelige weiße Stoffkatze, die miaut, wenn sich in ihrer Umgebung jemand bewegt und die faucht, wenn sie unsanft behandelt wird. Auch ein aufwendiges Ritterbrettspiel mit eingebautem sprechendem Computer gehört zu den diesjährigen Bestsellern.(APA/AP)

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