Deutschland: Polnische Zwangsarbeiter erhalten zweite Entschädigungsrate

31. Oktober 2003, 15:52
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Leistungen an Schwerstgeschädigte, die als KZ- und Gettohäftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden

Berlin - Die deutsche Stiftung für ehemalige NS- Zwangsarbeiter hat am Donnerstag mit der Auszahlung der zweiten Entschädigungsrate an polnische Nazi-Opfer begonnen. Diese Auszahlungstranche enthält Leistungen für Schwerstgeschädigte, die als KZ- und Gettohäftlinge oder Inhaftierte in KZ-ähnlichen anderen Haftstätten zur Zwangsarbeit eingesetzt waren, teilte die Bundesstiftung in Berlin mit.

Seit Beginn der Entschädigungszahlungen 2001 haben in Polen etwa 443.000 Personen insgesamt 672,2 Millionen Euro enthalten. Dies entspricht etwa 75 Prozent der Gesamtsumme, die den polnischen Zwangsarbeitern zusteht. Das Stiftungsgesetz schreibt die Auszahlungen in zwei Raten vor. Die Opfer erhalten zwischen 2.556 und 7.669 Euro.

"Auszahlungen bis Mitte 2005 abgeschlossen"

Der Vorstandsvorsitzende der Zwangsarbeiter-Stiftung, Michael Jansen, sagte in Warschau, trotz aller Schwierigkeiten hätten jetzt seit dem Beginn der Auszahlungen weltweit etwa 1,45 Millionen Menschen die erste Rate bekommen. Trotz aller unerwarteter Schwierigkeiten bei der Antragsbearbeitung und der Überprüfung rechnet Jansen damit, dass die Auszahlungen bis Mitte 2005 im Wesentlichen abgeschlossen sein werden.

Die weißrussische Partnerorganisation wird nach Angaben der Bundesstiftung ebenfalls in Kürze mit den Auszahlungen der zweite Rate beginnen. Die übrigen Partnerorganisationen sollen im Laufe des nächsten Jahres folgen. Am weitesten fortgeschritten sind die Entschädigungszahlungen in Tschechien, wo die Opfer bereits seit Juli die zweite Rate erhalten. (APA/dpa)

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