Montagnacht droht Streik bei der Bahn

31. Oktober 2003, 10:06
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Haberzettel kündigt "schärfere Maßnahmen" an

Wien - Nach dem misslungenen, weil keine großflächigen Zugsausfälle verursachenden Überstundenboykott könnte es bei der ÖBB Montagabend heftig werden. Gerüchten zufolge planten die Eisenbahner kommenden Dienstag von 0.00 bis 12.00 Uhr einen Streik - um die geplante ÖBB-Reform doch noch zu stoppen.

"Verschärft"

Eisenbahnergewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl wollte dies am Donnerstag nicht bestätigen, er kündigte aber an, dass die Kampfmaßnahmen nach Ablauf der Begutachtungsfrist zu den ÖBB-Reformgesetzen "mit Sicherheit verschärft" würden. Wie berichtet, läuft diese Frist am Montag ab. "Die Beratungen laufen noch." Mit einer Entscheidung sei am Wochenende zu rechnen, hieß es bei der Eisenbahnergewerkschaft.

Dass der Überstundenboykott bisher kaum Wirkung zeigte, führt der Chef der Kärntner Eisenbahnergewerkschaft, Hermann Lippitsch, auf Fehler zurück. Die ÖBB seien vom "Dienst nach Vorschrift" zu früh in Kenntnis gesetzt worden. Außerdem seien jene Kollegen, die Schulungen durchführten, in den Betriebsdienst übernommen worden. "Man muss zugeben, dass die Unternehmensleitung sehr schnell und sehr gut reagiert hat." Hoffnungen, der Boykott könnte doch noch wirken, konzentrieren sich nun darauf, dass Zugsgarnituren nicht regelmäßig aus der Werkstätte kämen, wovon der Güterverkehr betroffen wäre. (DER STANDARD Printausgabe, 31.10./1./2.11.2003, red)

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