Kolumbien: ELN-Guerilla kündigt Freilassung von Touristen an

29. Oktober 2003, 22:21
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Baske soll "aus Solidarität" als erster freikommen

Bogota - Die kolumbianische ELN-Guerilla will ab kommende Woche die von ihr verschleppten sieben westlichen Geiseln, unter ihnen eine Deutsche, freilassen. Wie einer an der entsprechenden Vereinbarung beteiligter Unterhändler der Nachrichtenagentur AFP am Montag mitteilte, stellt die Guerilla für die Freilassung nur eine Bedingung: es müsse eine Delegation aus Vertretern der Kirche, der UNO und eines Guerillakommandanten anwesend sein.

Uribe nimmt Angebot an

Präsident Alvaro Uribe ist nach Angaben eines Vermittlers bereit, auf die Bedingungen der ELN-Guerilla zur Freilassung von sieben westlichen Geiseln einzugehen. Seitens der Regierung gebe es "grünes Licht und viel guten Willen", sagte der katholische Geistliche Dario Echeverry am Dienstag nach einem Treffen mit Uribe in Bogota. Echeverry gehört einer Gruppe von Geistlichen an, die sich um die Freilassung der Geiseln bemüht.

Die Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) werde als erstes den von ihr entführten spanischen Basken Asier Huegun Etxeberria freilassen, sagte der katholische Priester Hector Fabio Henao. Die Guerilla hatte bereits früher ihre "Solidarität mit dem Kampf des baskischen Volks gegen den spanischen Staat" erklärt.

Die ELN-Guerilla hatte am 12. September acht Rucksacktouristen - eine Deutsche, vier Israelis, zwei Briten und den Spanier - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida entführt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Mit der Geiselnahme wollen die Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen. (APA)

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