Datenschützer gegen kombinierte Bankomat- und Chipkarte

29. Oktober 2003, 15:30
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Hans Zeger von Arge Daten hat im STANDARD- Gespräch Bedenken zum Vorschlag von Waneck: "System wird überfrachtet"

Wien – Der Vorstoß von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck, die Chipkarte der Sozialversicherung mit den Bankomatkarten der Geldinstitute zusammenzulegen, stößt auf massive Bedenken der Datenschützer: "Da wird das System entschieden überfrachtet," sagt Hans Zeger von der Arge Daten dem Standard.

Im Prinzip müsse jeder Kartenbesitzer immer wissen, welche Daten er hergibt: "Wenn man irgendwo die Geburtsurkunde vorlegen muss, dann legt man ja auch nicht die ganze Dokumentenmappe vor – oder fragt jedenfalls, warum man da auch Trauschein oder Meldezettel herzeigen soll." Auf einer kombinierten Karte mit Zahlungsfunktion, Sozialversicherungsnummer, womöglich auch E-Government- und Notfalldaten wäre nicht nachvollziehbar, was das Gegenüber wirklich liest.

Weitere Bedenken betreffen Menschen, die gar keine Bankomatkarte haben – oder die sie verlieren: "Das Neuausstellen wird zum Spießrutenlauf," prophezeit Zeger. Dabei wäre das Einsparungspotential gering, "denn einsparen kann man nur die Karte selbst, aber dafür fallen zusätzliche Programmierkosten an". (cs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.10.2003)

  • Datenschützer sprechen sich gegen eine Kombination von Bankomat- und Sozialversicherungs- Chipkarte aus
    montage: derstandard.at

    Datenschützer sprechen sich gegen eine Kombination von Bankomat- und Sozialversicherungs- Chipkarte aus

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