Schmuggelgut vom Zoll privat vernichtet

27. Oktober 2003, 19:10
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Zwei Kärtner Zollwachbeamte haben Schnaps, Zigaretten abgezweigt: Prozess

Zwei Kärntner Zollwachebeamte müssen sich in Klagenfurt vor Gericht verantworten, weil sie große Mengen beschlagnahmter Zigaretten und Spirituosen selbst geraucht und getrunken haben sollen.

Hunderte Packungen Zigaretten und eine "unbestimmte Menge" Schnaps sollen es gewesen sein, die die beiden Angeklagten, ein Mann und eine Frau, nicht der vorgesehenen, sondern der privaten Verwertung zugeführt haben sollen. Rechtens gehörte die beschlagnahmte Ware schlicht vernichtet.

Das mitanzusehen ist aber offenbar nicht jedem Zöllner möglich: Bereits vor wenigen Wochen wurde in Klagenfurter Zollwachebeamter wegen Amtsmissbrauchs zu einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten und einer Geldstrafe von 1.600 Euro verurteilt.

Zigaretten beiseite geschafft

Der Mann war mit der Verbrennung von geschmuggelter Zigaretten betraut gewesen war. Tausende Packungen schaffte der Beamte jedoch für sich selbst, für Freunde und für die Arbeiter der Verbrennungsanlage beiseite.

Ein Verfahren wartet noch auf jene Arbeiter einer Holzfaserplatten-Firma aus St.Veit an der Glan, in welcher der Kärntner Zoll die Zigaretten verbrennen ließ. Die Männer sollen sich ebenfalls an illegaler Ware vergriffen haben.

Nichtraucher und Abstinenzler sind keine Erfordernisse, um Aufnahme beim Zoll zu erhalten. (APA/DER STANDARD; Printausgabe, 27.10.2003)

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