Zwei Drittel der Kinder tragen zu kleine Schuhe

28. Oktober 2003, 10:13
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Veränderungen am Kinderfuß als Risiko - Neues Messgerät wird entwickelt

Salzburg - Mehr als zwei Drittel der österreichischen Kinder tragen zu kleine Schuhe. Dieses Ergebnis einer Untersuchung an 858 Buben und Mädchen im Alter zwischen drei und sechseinhalb Jahren wurde an diesem Wochenende bei einer Tagung in Salzburg präsentiert. Die Studie wurde im Rahmen des Projektes "Kinderfüße - Kinderschuhe" durchgeführt. Rund 69 Prozent der Kleinen haben zu kurze Straßenschuhe, teilte Wieland Kinz vom Forscherteam "Kinderfüße - Kinderschuhe" am Sonntag in einer Aussendung mit.

88 Prozent der Hausschuhe zu klein

Noch schlechter sieht es bei den Hausschuhen aus: Diese sind bei 88 Prozent der Kinder zu kurz. Untersucht wurden zwölf Kindergärten in vier Bundesländern. "Zu kurze Schuhe verursachen nachweislich Veränderungen des Kinderfußes", heißt es in der Untersuchung. Kinder könnten noch nicht feststellen, ob Schuhe passen oder nicht. Das Nervensystem sei noch nicht so differenziert entwickelt, um zu kurze Schuhe auch tatsächlich als solche zu erkennen, teilte Kinz mit.

Die meisten Schuhe falsch ausgezeichnet

Die Forscher haben auch herausgefunden, dass nur drei Prozent der Kinderschuhe richtig ausgezeichnet sind. Wo Größe 27 draufsteht, ist üblicherweise nur Größe 26 oder 25 "drinnen". Den Spitzenwert fanden die Wissenschafter bei einem Paar Hausschuhen: Dabei unterschied sich die angegebene Größe von der tatsächlichen Innenlänge um sieben Größen.

Hausschuhe für weniger wichtig gehalten

Die meisten Eltern (89,5 Prozent) sind laut Kinz überzeugt, dass Straßenschuhe passen müssen. Bei Hausschuhen scheint das vielen schon weniger wichtig zu sein: Nur 62,5 Prozent der Eltern gaben an, dass sie es für wichtig halten, dass Hausschuhe passen.

Ein Millimeter pro Monat

Kinderfüße wachsen pro Monat um durchschnittlich einen Millimeter. Die Passform sollte deshalb alle vier Monate überprüft werden. Dazu hat das Forschungsteam den Prototyp eines einfachen Messgerätes für den Handel oder die Eltern entwickelt. Bewährt hat sich auch die Methode einer Schablone: Das Kind sollte dabei barfuß auf einen Karton gestellt und der Umriss des Fußes abgezeichnet werden. Bei der längsten Zehe fügt man zwölf Millimeter hinzu. Wenn die Schablone in den Schuh passe, sei auch die Länge noch in Ordnung, so das Forschungsteam aus den Fachbereichen Umwelthygiene, Anatomie, Orthopädie, Histologie und Fuß/Schuh.

Die Forschungsgruppe will nun das Thema "Kinderfüße - Kinderschuhe" in der Gesundheitsaufklärung etablieren. So soll dieses Wissensgebiet in das Begleitheft des Mutter-Kind-Passes aufgenommen werden. (APA)

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    Zumindest alle vier Monate sollten Eltern die Schuhgröße ihrer Kinder überprüfen.

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