Linux nun auch für Nur-Anwender geeignet

17. Jänner 2000, 16:08

Das kostenlose Betriebssystem ist ein gutes Stück erwachsener geworden - Aktuelle Distributionen im Test

Linux ist ein gutes Stück erwachsener geworden, stellt das Computer-Magazin c't in einem Test aktueller Distributionen fest. Auch reine Anwender ohne Programmier-Ambitionen dürften mit der Installation zurechtkommen. Ganz so problemlos wie Windows lässt sich Linux auf dem Desktop jedoch nicht an.

Stabilität, Sicherheit, ...

Linux-Distributoren werben nun außer für die klassischen Vorzüge wie Stabilität, Sicherheit und weitgehende Konfigurierbarkeit auch mit einfacher Installation und ausgereiften Desktop-Umgebungen. Dabei ist das eigentliche Betriebssystem, der Linux-Kernel, bei verschiedenen Distributionen quasi dasselbe. Deutliche Unterschiede gibt es hingegen beim Installationsprogramm, der Vorkonfiguration des Systems sowie bei Umfang und Integration der mitgelieferten Anwendungen - kurzum, all dem, was aus einem nackten Linux eine Distribution macht.

Im Test:

c't testete die vier aktuellen Distributionen Caldera OpenLinux 2.3, Corel Linux OS 1.0, Red Hat 6.1 und SuSE 6.3 hinsichtlich dieser Kriterien. Die einfachste Installation für den Anwender bietet Corel. Allerdings lässt diese Distribution dem Anwender die geringste Auswahl an Anwendungen und nur wenige Möglichkeiten der individuellen Systemanpassung. Das Linux von SuSE hingegen ist nicht so einfach auf die Festplatte zu bringen; verlässt man sich auf die Vorgaben des Installationsprogramms, erhält man ein kaum brauchbares System ohne Online-Hilfe und Drucksystem. Dafür glänzt die Distribution mit einer guten Anpassung an deutsche Verhältnisse, dem besten Handbuch und einer konkurrenzlosen Software-Auswahl. Einen runden Eindruck hinterlässt Calderas OpenLinux, das als einziges die gesamte Hardware des Testsystems erkannte und optimal konfigurierte. Bei einem Minimum an Benutzereingaben erhält man ein sehr gut eingerichtetes System. Red Hats Installer zeigt seine Qualitäten vor allem, wenn man sich schon bei der Installation ein individuelles System zusammenstellen möchte, ohne gleich in die Tiefen von Linux einzutauchen.(heise/red)

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