Deutsche Branchenverband BITKOM erklärt Flaute im IT-Bereich für beendet

29. Oktober 2003, 16:20
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Für 2005 fünf Prozent Wachstum erwartet

Für die Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) ist die Konjunkturkrise überwunden. "Die Flaute in der ITK-Branche ist zu Ende, noch nicht für alle, aber für die meisten", sagte Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbandes BITKOM am Montag zum Auftakt der Computermesse Systems in München. Zahlreiche Firmen spürten "wieder eine frische Brise". Zwar würden die Umsätze der Branche in diesem Jahr noch stagnieren, für 2004 werde aber wieder ein Plus von zwei Prozent auf 134 Mrd. Euro erwartet. Im Folgejahr geht der Verband dann von einem Wachstum von fünf Prozent aus. Schon 2004 erwartet BITKOM, dass in der Branche mit derzeit 751.000 Beschäftigten wieder zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Neue Arbeitsplätze

Berchtold betonte, fast ein Fünftel des wirtschaftlichen Gesamtwachstums zwischen 1995 und 2000 sei auf das Wachstum von Investitionen in Informationstechnologie zurückgegangen, obgleich der Branchenanteil am Bruttoinlandsprodukt nur bei 6,4 Prozent liege. Gelinge 2005 ein Wachstum von fünf Prozent, werde die ITK-Branche die deutsche Wirtschaft als Ganzes über die Zwei-Prozent-Marke heben, ab der in einer Volkswirtschaft insgesamt neue Arbeitsplätze entstünden.

Der Branchenverband forderte, Deutschland bis 2010 zum weltweit innovativsten Standort zu machen. Dazu müssten die Rahmenbedingungen stimmen und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen. 70 Prozent der Unternehmen sähen in den politisch-administrativen Rahmenbedingungen hemmende Faktoren. Berchtold beklagte unter anderem eine Halbierung der Studienanfänger in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern. BITKOM warnte gleichzeitig vor vor einer Ausweitung der Gewerbesteuer auf ertragsunabhängige Kosten wie Zinsen, Pachten, Mieten und Leasingraten. Dies sei ein ein steuerlicher Angriff auf die Substanz der Unternehmen.

"Die Talsohle ist durchschritten, wir sehen Licht am Horizont"

Auch der Software-Hersteller Microsoft sieht ein Ende der Krise in der Computerbranche. "Die Talsohle ist durchschritten, wir sehen Licht am Horizont", sagte Wolfgang Ebermann, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland am Montag in München. Auf der dortigen Computermesse Systems stellte das Unternehmen seine neue Software Microsoft Office System vor.

Erstmals in seiner Unternehmensgeschichte führt Microsoft 16 neue Produkte gleichzeitig im deutschen Markt ein. Als Marktführer werde man eine Signalwirkung erzielen, sagte Ebermann. Neu an Office Systems sei vor allem eine stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der Zielgruppen, vom Großunternehmen bis hin zum Privatkunden. Erwartungen bezüglich der Verkaufszahlen nannte das Unternehmen nicht. (APA)

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