Swasiland: Stimmenauszählung bei Parlamentswahl verzögert

21. Oktober 2003, 22:58
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Opposition und Gewerkschaften boykottierten Urnengang

Mbabane - In dem südafrikanischen Königreich Swaziland hat sich die Stimmenauszählung nach den Parlamentswahlen vom Samstag weiter verzögert. Von den 65 Abgeordneten werden zehn von König Mswati III. ernannt. In drei der 55 Wahlkreise konnten die Wahlen nicht abgehalten werden. Bis Montag war die Auszählung der Stimmen nur in 18 Wahlkreisen abgeschlossen, wie der Leiter der Wahlkommission, Robert Thwala, in der Hauptstadt Mbabane mitteilte. Über die Beteiligung lagen bisher keine Angaben vor.

Einschüchterung

Da die Opposition zum Boykott aufgerufen hatte, geht es bei dem Urnengang nur um die Beteiligung. Der Gewerkschaftsbund SFTU mit 83.000 Mitgliedern hat unter seinem Generalsekretär Jan Sithole an die Bürger appelliert, den Wahllokalen fernzubleiben. Das Volk habe den Boykottaufruf befolgt, erklärte ein SFTU-Sprecher am Montag. Die oppositionelle "Demokratische Bewegung der Volkseinheit" (PUDEMO) hatte der Regierung wiederholt massive Einschüchterung vorgeworfen.

Die Opposition hatte sich 1996 zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um die Demokratisierung des politischen Systems des Königreichs zu erreichen. Die politischen Parteien waren von Mswatis Vater, dem 1982 verstorbenem König Sobhuza II., verboten und das 1972 gewählte Parlament 1977 aufgelöst worden. Das seit 1968 souveräne ehemalige britische Protektorat Swaziland mit 1,1 Millionen Einwohnern liegt zwischen der Republik Südafrika und Mozambique. (APA)

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    Einwohner von Swasiland stellen sich vor den Wahlurnen an

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