Mehr Holz statt Gas

22. Oktober 2003, 10:20
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In Vorarlberg wird der Ausbau der Biomasse gefordert - Jährlich werden 30 Prozent mehr Pelletsanlagen installiert

Bregenz - "Biomasse ist wieder modern", freut sich die Arge Erneuerbare Energie. Hackschnitzel, Ofenholz und Pellets sind bei jungen Bauherren- und Frauen in. Jährlich werden 30 Prozent mehr Pelletsanlagen installiert.

Während sich die Bevölkerung bewusst für erneuerbare Energie entscheide, "werden die Bemühungen, in Vorarlberg die Biomasse weiter auszubauen von der Politik immer wieder torpediert", schimpft der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Rauch.

Bau einer Gasleitung ins Montafon

Als Beispiel für diesen Vorwurf nennt er den Bau einer Gasleitung ins Montafon, einer Talschaft mit hohem Waldanteil. "Nun betreibt die Vorarlberger Erdgasgesellschaft - an der das Land bekanntlich beteiligt ist - eine offensive und aggressive Akquisitionspolitik für Gasanschlüsse von Hotels und Privathäusern." Im selben Atemzug werde der Ausbau der Biomasse im Montafon "verzögert und behindert". Auch in der Landeshauptstadt Bregenz werde der Bau eines Biomasse-Heizkraftwerkes verzögert. Rauch: "Weil die eigenen Stadtwerke mit Gas gutes Geld verdienen."

Im Bergland Vorarlberg sind 36 Prozent der Landesfläche Wald. Nur etwa die Hälfte des Wald- und Industriehackgutes wird zur Wärmegewinnung in 50 Nahwärme-Heizkraftwerken genutzt. (jub, DER STANDARD Printausgabe 18/19.10.2003)

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