Drei US-Soldaten droht Anklage in Spanien

19. Oktober 2003, 14:50
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Richter untersucht Tod eines Journalisten in Bagdad - Palestine-Hotel mit Panzergranate beschossen

Madrid - Drei US-Soldaten droht wegen des Todes eines Journalisten im Irak-Krieg eine Anklage vor einem spanischen Gericht. Aus spanischen Justizkreisen verlautete am Freitag, Richter Guillermo Ruiz Polanco wolle die Zulässigkeit einer solchen Klage untersuchen. Geklagt hatten die Anwälte der Familie des Kameramanns Jose Couso, der am 8. April im Bagdader Hotel Palestine getötet worden war. Die US-Truppen hatten das Hotel beschossen, in dem viele ausländische Journalisten untergebracht waren.

Pentagon: Feuer erwidert

Der Richter wolle zunächst drei Kollegen des Kameramanns befragen, die ebenfalls in dem Hotel gewohnt hätten, erklärte ein Gewährsmann. Erst nach einer Entscheidung über die ausreichende Begründung der Klage solle versucht werden, die beschuldigten Soldaten nach Spanien zu bringen.

Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte nach dem Vorfall erklärt, die Soldaten seien zuerst angegriffen worden und hätten das Feuer erwidert. Journalisten vor Ort wiesen das zurück. Die spanische Regierung nannte Cousos Tod einen tragischen Fehler, akzeptierte jedoch die Erklärung des Pentagons. Nach spanischem Recht können die Gerichte des Landes auch Verbrechen verfolgen, die gegen Spanier im Ausland verübt werden. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der tödliche Schuss auf das Palestine-Hotel, aufgenommen von einem französischen Kamerateam

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