Bahnbrechende Gentherapie führt zu Leukämieerkrankung

21. Oktober 2003, 12:35
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Versehentlich krebsverursachendes Gen aktiviert

Cambridge - Britische Wissenschaftler haben analysiert, warum ein bahnbrechendes Gentherapie-Verfahren bei zwei der behandelten Kinder zu einer Leukämieerkrankung geführt hat. Nachdem die zwei Jungen von X-Scid geheilt waren, erkrankten sie an Leukämie. Die Behandlung der Immunschwäche dürfte versehentlich ein krebsverursachendes Gen aktiviert haben. Zu diesem Ergebnis ist laut Science eine Studie des Babraham Institute und des MRC Laboratory of Molecular Biology gekommen. Eine X-Scid-Erkrankung zwingt die Kinder quasi ohne Immunsystem in einer völlig sterilen Umgebung zu leben. Bereits kleinere Infektionen können tödlich sein.

Die Gentherapie reparierte sehr erfolgreich jenes fehlerhafte Gen, das für die Entstehung von X-Scid verantwortlich ist. Nachdem elf Kinder in Paris behandelt wurden, erkrankten zwei an Leukämie. Eine Krebserkrankung wurde von den behandelnden Ärzten von Anfang an als sehr seltene Nebenwirkung für möglich gehalten. Die Untersuchung zeigte jetzt, dass das implantierte Gen auch Auswirkungen auf das benachbarte Gen LMO2 hat. Durch die Aktivierung dieses Gens wurde bei den beiden Kindern eine Krebserkrankung ausgelöst. Es wird angenommen, dass bisher noch unbekannte Faktoren bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle gespielt haben. (pte)

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