Israel fordert erneut Arafats Abschiebung

17. Oktober 2003, 08:44
24 Postings

Außenminister Shalom rechnet nach Gaza-Attentat mit Zustimmung der USA

Jerusalem/Ramallah/Brüssel - Nach dem Terroranschlag auf US-Bürger im Gaza-Streifen mit drei Todesopfern hat der israelische Außenminister Silvan Shalom neuerlich die Abschiebung des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat gefordert. Die USA würden letztlich erkennen müssen, dass es unmöglich sei, einer moderaten und dialogfähigen palästinensischen Führung auf die Beine zu helfen, solange sich Arafat in der Region aufhalte, sagte Shalom am Dienstag im öffentlichen Rundfunk. Die Autonomiebehörde bezeichnete er als "terroristisch", weil sie sich "der Waffe des Terrorismus bedient, um ihre Ziele zu erreichen".

Die USA hatten bisher von Israels Premier Ariel Sharon verlangt, die "physische Integrität" Arafats, der in Ramallah faktisch unter Hausarrest steht, nicht anzutasten. Dies hatte Sicherheitsminister Tzahi Hanegbi bestätigt. Der israelische Generalstabschef Moshe Yaalon hatte in einem Interview zugegeben, dass die "physische Eliminierung" Arafats erwogen worden war. Er meinte, die andauernde Blockade Arafats habe dessen Ansehen eher gesteigert, als es zu beschädigen.

Arafat verurteilte Atttentat

Arafat hatte den Terroranschlag auf einen US-Diplomatenkonvoi im Gaza-Streifen am Mittwoch "schärfstens" verurteilt. Dieses Verbrechen habe auf US-Beobachter gezielt, die in friedlicher Mission unterwegs gewesen seien, hieß es in einer in Ramallah veröffentlichten Erklärung.

Die Europäische Union erwartet von der palästinensischen Führung ein entschiedenes Vorgehen gegen den Terrorismus. Eine entsprechende Erklärung des EU-Gipfels in Brüssel werde "hart und eindeutig" ausfallen, sagten Diplomaten am Donnerstag am Rande des Treffens. Der Außenpolitik-Beauftragte Javier Solana habe am Vortag Arafat in einem Telefongespräch die Haltung der EU unmissverständlich klar gemacht. (APA/dpa)

Share if you care.