Was Frauen versichert wird

15. Oktober 2003, 19:20
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EFM-Makler: Spezifische Zusatzleistungen sind verhandelbar

Die Zeiten, als Versicherungen den Männern Pensionsabsicherungen verkauft und die "Gattin" vergessen haben, sind vorbei. Frauen haben bei den Assekuranzen längst einen fixen Platz - und werden heftig umworben. Der Bedarf scheint auch groß: Immer weniger Paare werden gemeinsam alt, immer mehr Frauen leben alleine und immer mehr Frauen wollen sich auch selbst um ihre Vorsorge kümmern.

Um Frauen ihre "Nachteile" versicherungstechnisch leistbarer zu machen, kommen immer mehr "frauenspezifische" Produkte auf den Markt. Den Frauen wird besonders eindringlich vermittelt, dass sie "unter-vor-sorgt" seien.

Zuletzt hat Skandia aufgrund einer Karmasin-Studie über die Bedürfnisse von Frauen zwischen 25 und 40 "Lady's First" herausgebracht.

Gratis ist nichts

Dass die Zusatzleistungen und "Zuckerln" oft nicht kostenfrei sind, zeigen etwa die Zusatzpositionen (Babykarenz, Familienhospiz, Krankheitsausfall) in "Woman Plus" bei der Städtischen: Sie werden mit fünf Prozent der Prämie berechnet. Kostenlos gibt es in der Finanzindustrie offenbar wirklich gar nichts. Meistens lassen sich die Mehrkosten aber nicht darstellen und sind nur sehr schwer herauszufinden, gerade bei mehrstufigen Versicherungsprodukten.

Hans-Christian Mitter, Chef der Grazer Versicherungsmakler EFM sieht das Thema noch radikaler: Die so genannten Frauenprodukte seien hauptsächlich ein marketingtechnischer Griff, sagt er, nachdem er die Angebote analysiert hat. Ausnahme ist für ihn lediglich die Unfallversicherung der Gothaer, vertrieben vom Makler Pool.

Zusatzleistungen, die Frauen aufgrund ihrer Lebensplanung oder ihrer erwarteten Lebensevents bei Versicherungen brauchen, ließen sich praktisch in jede klassische Lebensversicherung hineinverhandeln. Mitter empfiehlt durchaus, auch bestehende Polizzen "aufzurollen" und mit den BeraterInnen die individuellen Wünsche, Angebote und Kosten genau zu besprechen. Das kostet zunächst allerdings Zeit. (DER STANDARD, Printausgabe 16.10.2003)

Von Karin Bauer
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