Philips überwindet Talsohle

21. Oktober 2003, 13:05
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Niederländischer Elektronikriese schreibt wieder Gewinne

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat die Talsohle endgültig überwunden. Nach zwei Jahren mit roten Zahlen verbuchte der Konzern nun das zweite Quartal hintereinander wieder Gewinne. Im dritten Quartal 2003 wies Philips einen Nettogewinn von insgesamt 124 Mio. Euro aus, sagte Vorstandschef Gerard Kleisterlee bei der Vorstellung der Zahlen am Dienstag. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Philips noch einen Verlust von 330 Mio. Euro einstecken müssen.

Guter Dinge

Auch für das Gesamtjahr ist Philips guter Dinge. Finanzchef Jan Hommen sagte, nach zwei Verlustjahren sei 2003 auch netto wieder ein Gewinn zu erwarten. 2002 hatte Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern ein Minus von 3,21 Mrd. Euro erzielt.

Licht und Schatten

Licht am Ende des Tunnels gebe es auch in der Halbleitersparte, wenn auch im dritten Quartal Werkschließungen Sonderbelastungen von rund 152 Mio. Euro brachten. Auch bei den Halbleitern, wo die Branchenkrise zu Umsatzeinbußen geführt hatte, werde Philips im vierten Quartal wieder Gewinne machen, so Kleisterlee. Laut jüngsten Zahlen, die Philips vor Börsenöffnung am Dienstag bekannt gab, sind die Aufträge im Halbleiterbereich wieder angestiegen. Da Philips einer der größten Halbleiterhersteller der Welt ist, sehen dies Insider als Indikator für eine Erholung der Computerbranche. In der Vergangenheit wurde ein Teil des Auftragsanstiegs allerdings durch die höhere Nachfrage verursacht, die wiederum vom Preisverfall auf diesem Markt ausgelöst worden war.

Einen Arbeitsplatzabbau plant man bei Philips offenbar nicht. Im dritten Quartal 2003 stieg die Zahl der Beschäftigten zum ersten Mal wieder, allerdings auch durch die Umwidmung von festen Stellen in Zeitarbeitsstellen und zeitlich befristete Kontrakte. Der niederländische Multi beschäftigt zurzeit weltweit über 166.000 Arbeitnehmer. (Klaus Bachmann aus Amsterdam, DER STANDARD 15. Oktober 2003)

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