Neuerliche Ausstände jederzeit möglich

14. Oktober 2003, 15:07
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Betriebsrat: Angesichts verhärteter Fronten ist ein kurzfristiger Beschluss jederzeit möglich

Wien - Wann die Piloten der der Austrian Airlines (AUA) ihre am Samstag "unterbrochenen" Streiks wieder aufnehmen bleibt weiter offen. Ab heute seien jedoch Streiks wieder jederzeit möglich.

Der neuerliche Streikbeginn werde sehr kurzfristig beschlossen und kommuniziert, betonte AUA-Bord-Spitzenbetriebsrat Wolfgang Hable. Das Bordpersonal soll davon via Handy über SMS-Kurznachrichten informiert werden.

"Ernsthafte Verhandlungen"

Der Betriebsrat sei einer "Beruhigung der Lage nicht abgeneigt", man wolle die Verhandlungen aber nur wieder aufnehmen, wenn "ernsthaft diskutiert" werden könne, so Minhard. Auch dem Schlichtungsvorschlag von den Spitzen der Sozialpartner, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, stehe man im Prinzip positiv gegenüber.

Das AUA-Bordpersonal hat laut Betriebsrat in den vergangenen 10 Jahren mehrfach Einsparungen mitgetragen. 1993 seien die Gehaltstabellen der Piloten dauerhaft um 15 Prozent abgesenkt und für das Kabinenpersonal neue Einstiegsgehälter eingeführt worden. 1997 seien im Zuge der Auslagerung der Pension in eine Pensionskasse die Gehaltstabellen der Kapitäne um 2,5 Prozent und die der Co-Piloten um 5 Prozent dauerhaft abgesenkt worden. 2002 habe das Bordpersonal mit einem Solidarpakt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf 8 Prozent Gehalt verzichtet, 2003 sei für das 4. Quartal ein 4-prozentiges Solidarpaket der Piloten vereinbart worden.

Aktuelle Ausfälle

Die heutigen Ausfälle der Flüge von Wien nach Ankara, Dublin und Osaka stehen indes in keinem Zusammenhang mit dem Arbeitskampf der AUA-Piloten. Das seien "keine aktuellen Flugstreichungen", sondern Flüge, die wegen "Ausdünnungen" gegen Saisonende aus dem Flugprogramm genommen würden, hieß es aus der AUA-Pressestelle dazu.

Der Streik des AUA-Bordpersonals, bestehend aus 470 Piloten und 1.340 Flugbegleitern, war am Samstagabend gegen 22.30 Uhr nach mehr als 15 Stunden Dauer zu Ende gegangen. Mit 17 zugemieteten Flugzeugen, Umbuchungen und dem Verlagern auf Flieger der Töchter Lauda Air und Austrian arrows (Tyrolean Airways) hat die Austrian trotz Streiks nach eigenen Angaben 95,5 Prozent der geplanten Flüge. (APA)

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    Die Garnitur könnte in nächster Zeit öfter im Spind bleiben.

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