Jüdisches Restaurant bei Paris angezündet

14. Oktober 2003, 17:14
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Polizei ermittelt - Hintergründe unklar

Paris - Ein jüdisches Koscher-Restaurant in Montreuil (Seine-Saint-Denis) bei Paris ist am Sonntag einer Brandstiftung zum Opfer gefallen, bei der das Lokal vollständig zerstört wurde. Wie die Polizei am Montag mitteilte, steht der kriminelle Ursprung des Brandes außer Frage, wenn auch noch nicht geklärt worden konnte, ob es sich um einen antisemitischen Akt handle.

"Das Restaurant war nach unserem Wissensstand gleich wie der Inhaber desselben nicht Gegenstand besonderer Drohungen", betonte Ariel Goldman, Chef des Schutzdienstes für die jüdische Gemeinde SPCJ ("Service de Protecstion de la Communaute Juive"). "Allerdings konnte man nicht übersehen, dass es sich um ein Koscher-Restaurant handelte, da die Anschrift sehr groß und auffällig war", fügte Goldmann hinzu.

Frankreich hat mit mehr als einer halben Million Personen die größte jüdische Gemeinde Westeuropas. Die antisemitischen Aktionen haben seit Beginn der zweiten Intifada in Palästina und insbesondere seit den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001 und dem Irak-Krieg stark zugenommen. Immer häufiger werden Beschimpfungen oder Gewalt gegen Juden sowie Sachbeschädigungen von Synagogen oder jüdischen Schulen gemeldet. (APA)

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