Flughafen Wien-Vertretung teilweise solidarisch

12. Oktober 2003, 19:05
1 Posting

AUA-Bodenpersonal mahnt Konfliktparteien zur Mäßigung - Im Gegensatz zu Flughafenpersonal werden Streikziele aber nicht unterstützt

Wien/Schwechat - Der Vorsitzende des AUA-Boden-Betriebsrates, Alfred Junghans, mahnte angesichts der Eskalation des Konflikts zwischen Vorstand und "fliegendem Personal" zur Vernunft: "Es wäre im gemeinsamen Interesse, wenn sich alle wieder einkriegen könnten", sagte Junghans am Samstag. Ansonsten bestehe die Gefahr, "dass wir alle in Schönheit sterben".

Das Bodenpersonal stehe den Anliegen der Piloten und Flugbegleiter allerdings nicht solidarisch gegenüber. "Wir wären solidarisch, wenn der Kollektivvertrag gestrichen oder das Ist-Gehalt gekürzt würde." Angesichts von Brutto-Gehältern in der Größenordnung von 1.500 Euro monatlich - im Vergleich zu 15.000 Euro monatlichem Höchstgehalt bei Piloten - hätte das Bodenpersonal "eine andere Wahrnehmung". Die 3.240 Mitarbeiter beim Bodenpersonal hätten zudem in den vergangenen Jahren "sicher deutlich mehr als 35 Prozent" der Personalkosten eingespart.

Verständnis wegen Betriebsversammlungsverbot

Junghans zeigte allerdings Verständnis dafür, dass man sich das Verbieten einer Betriebsversammlung grundsätzlich nicht gefallen lasse: "Es ist taktisch unklug bis inakzeptabel, eine Betriebsversammlung zu verbieten."

Auch Flughafen will nur noch Dienst nach Vorschrift machen

Die Belegschaftsvertretung des Flughafen Wien-Schwechat drückte dem streikenden AUA-Bordpersonal in einer Grußbotschaft seine Unterstützung aus. "Wir missbilligen die Vorgangsweise des AUA-Vorstandes und fordern umgehend das Eintreten des Vorstandes in qualitative Verhandlungen", hieß es. Auch das Flughafenpersonal werde bei AUA-Maschinen künftig "Dienst nach Vorschrift" machen. (APA)

Share if you care.