Forscher fühlt sich bei Preisvergabe übergangen

10. Oktober 2003, 20:26
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Raymond Damadian protestiert in ganzseitigen Zeitungsinseraten

New York - In ganzseitigen Zeitungsinseraten hat ein US-Forscher am Freitag gegen die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an zwei Kollegen protestiert. Raymond Damadian habe mit seiner Forschung die Grundlagen für die Magnetresonanztomographie (MRT) geschaffen, für die am Montag der Amerikaner Paul C. Lauterbur und der Brite Peter Mansfield ausgezeichnet wurden, hieß es. Beide hätten lediglich technische Verbesserungen für das Verfahren entwickelt.

Ohne seine Arbeit gäbe es die MRT nicht, betonte Damadian und erklärte, er fühle sich vom Nobel-Komitee übergangen. Gemeinsam mit Lauterbur gewann er 1988 für die Entwicklung von MRT die National Medal of Technology.

Wenig Aussicht ...

Es bestehe wenig Aussicht, dass das Nobel-Komitee seine Entscheidung ändere, räumte Damadian ein. Er wolle mit der Kampagne aber darauf hinweisen, dass die Mitglieder des Nobel-Komitees nicht "die letzten Schiedsrichter über die die Geschichte der Wissenschaft" sein sollten. Ein Sprecher der Jury sagte, das Komitee stehe zu seiner Entscheidung.

Die Magnetresonanztomographie zählt mittlerweile zu den wichtigsten Methoden für Diagnostik, Behandlung und Nachkontrolle und ersetzt häufig risikoreiche Untersuchungsmethoden. Lauterbur und Mansfield teilen sich die mit dem Preis verbundene finanzielle Auszeichnung in Höhe von zehn Millionen Kronen (1,1 Million Euro). (APA/AP)

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