Rotes Kreuz kritisiert erneut Haftbedingungen auf Guantanamo

11. Oktober 2003, 20:45
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Unsicherheit über ihr Schicksal macht den Gefangenen zu schaffen

Genf - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat die Haftbedingungen der in Guantanamo festgehaltenen Terrorverdächtigen kritisiert. Viele Inhaftierte seien wegen der Unsicherheit über ihr Schicksal in schlechter psychischer Verfassung, sagte IRK-Sprecher Florian Westphal am Freitag. Am Tag zuvor bat eine Delegation des IKRK gemeinsam mit ehemaligen US-Bundesrichtern, Diplomaten und pensionierten Soldaten beim Obersten Gerichtshof der USA um eine Überprüfung der Berufungsanträge einiger Häftlinge.

Die US-Regierung setze sich über Gesetze hinweg, indem sie die Gefangenen auf unbestimmte Zeit ohne Anklageerhebung festhalte, hieß es. Die Häftlinge haben keinen Zugang zu Anwälten und können keinen Einspruch gegen ihre Inhaftierung erheben. Einige sind dem IKRK zufolge seit mehr als eineinhalb Jahren in dem Lager auf Kuba inhaftiert. Das Rote Kreuz, das als einzige unabhängige Organisation Zugang zu den Häftlingen habe, bemühe sich derzeit um eine zweimonatige Untersuchung auf Guantanamo, sagte Westphal.

Bereits Anfang 2002 habe die Organisation bei der US-Regierung um ein rechtsstaatliches Verfahren für die Festgehaltenen ersucht, betonte Westphal. In Guantanamo sind Häftlinge aus mehr als 40 Ländern inhaftiert, ihnen werden Verbindungen zum ehemaligen Taliban-Regime in Afghanistan und dem Terrornetzwerk El Kaida vorgeworfen. (APA/AP)

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