Enttarnte CIA-Agentin: Weißes Haus kündigt personelle Konsequenzen an

24. Oktober 2003, 18:11
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Bush sichert Justizministerium abermals Zusammenarbeit zu

Washington - In der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin hat das Weiße Haus personelle Konsequenzen angekündigt. Wenn ein Regierungsmitarbeiter für die Preisgabe geheimer Informationen verantwortlich sei, werde dieser entlassen, sagte der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Scott McClellan. Bush selbst erklärte am Montag, sein Stab werde für die Ermittlungen in vollem Umfang mit dem Justizministerium zusammenarbeiten.

"Ich habe volles Vertrauen, dass das Justizministerium gute Arbeit leistet", sagte Bush auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er reagierte damit auf Forderungen der oppositionellen Demokraten nach Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers. Bush sagte, er wisse nicht, wer Journalisten den Namen der Geheimdienstmitarbeiterin Valerie Plame genannt habe: "Man hört alle möglichen Gerüchte."

Die Mitarbeiter des Weißen Hauses und anderer Regierungsstellen wurden aufgefordert, mögliche Beweismittel wie E-Mails, Telefonlisten und Kalendereinträge vorzulegen. Ihnen wurde eine Frist bis Dienstag, 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) zur Abgabe aller relevanten Unterlagen gesetzt.

Plame ist mit dem ehemaligen US-Botschafter Joseph Wilson verheiratet. Dieser hatte im Juli Angaben der Regierung, Irak habe versucht, im westafrikanischen Land Niger Uran zu kaufen, als nicht stichhaltig kritisiert. Tatsächlich musste die Regierung später einräumen, dass die fragliche Information nie in einer Rede des Präsidenten hätte auftauchen dürfen. Wilson verdächtigt das Weiße Haus, es habe ihn durch die Enttarnung seiner Frau in Misskredit bringen wollen. (APA/AP)

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    Sprecher Scott McClellan

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