Kiefer verabschiedet Jürgen Melzer

21. Oktober 2003, 14:20
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Peya-Bezwinger fertigte den Österreicher im Achtelfinale ab - "Mein Spiel passt auf seines wie die Faust aufs Auge"

Wien - Jürgen Melzer musste sich am Donnerstagabend im Achtelfinale der CA-Trophy geschlagen geben. Der 22-jährige Niederösterreicher unterlag dem ungesetzten Deutschen Nicolas Kiefer nach 94 Minuten mit 3:6,4:6 und konnte damit den Viertelfinaleinzug aus dem Vorjahr in der Wiener Stadthalle nicht wiederholen.

Rhythmus-Probleme

"Mein Spiel passt auf seines wie die Faust aufs Auge. Er wartet immer bis ich angreife und wenn ich es tue, hat er immer die bessere Antwort parat", lautete die Analyse von Jürgen Melzer, der aber auch spielerisch nicht an die Leistung vom Montag gegen Tommy Robredo (ESP-6) anschließen konnte. Mit Kiefer könne er einfach nicht von der Grundlinie mitspielen, weil dieser eher langsam spiele und ihn so völlig aus dem Rhythmus bringe. "Von den Schlägen her habe ich mich eigentlich sogar besser gefühlt als gegen Robredo", rätselte Melzer.

Der Schlüssel zum Misserfolg

Das Match begann mit je zwei Breaks auf beiden Seiten, wobei Melzer bei 2:1, 40:15 und eigenem Aufschlag eine gute Chance vergab. "Ab diesem Zeitpunkt hat er das Selbstvertrauen beim Aufschlag verloren", sah Coach Karl-Heinz Wetter in dieser Phase einen Schlüssel für die spätere Niederlage. Ein Break zum 4:2 bedeutete für Kiefer die Vorentscheidung im ersten Satz. Im zweiten Durchgang wehrte sich Melzer bei 3:3 zwar tapfer gegen den Serviceverlust und schaffte nach Abwehr von sechs Breakbällen das 4:3, doch Kiefer konterte zum 4:4 und nahm Melzer zum 5:4 den Aufschlag ab.

Positive Bilanz

Für Melzer geht es nun entweder in Stockholm, Basel oder St. Petersburg weiter, je nachdem, wo er auf Grund des Rankings noch in den Hauptbewerb rutscht. Danach spielt er noch in Aachen. Die Bilanz nach seinem ersten vollen Jahr auf der ATP-Tour: "Es waren noch zu viele Erstrunden-Niederlagen, aber im Großen und Ganzen habe ich mein Ranking bestätigt." Emotionale Highlights waren für den Deutsch Wagramer, der aktuellen Nummer 79 im Entry-Ranking, das Finale in Newport sowie der Aufstieg in die Daviscup-Weltgruppe. 2004 will er endlich sein Ziel, die Top 50 zu erreichen, verwirklichen. Neben verbesserten Leistungen auch bei den Grand-Slam-Turnieren ist für Melzer auch ein Einsatz bei den Olympischen Spielen fix eingeplant. (APA/red)

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    Immerhin bis in die zweite Runde vorgestoßen: Jürgen Melzer.

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