Deutscher Soziologe: Initiative zur Trennung geht eher von Frauen aus

5. Oktober 2003, 12:02
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Hausfrauen wie auch Hausmänner nach Scheidung in schlechter Finanzsituation

Bielefeld - Obwohl Frauen wirtschaftlich stärker als Männer unter einer Trennung leiden, beenden sie unbefriedigende Partnerschaften dennoch eher. "Die Initiative zur Trennung geht hauptsächlich von den Frauen aus", sagte der Bielefelder Soziologe Hans-Jürgen Andreß. "Männer profitieren ganz allgemein eher von der Ehe als Frauen." Ein Bielefelder Forscher-Team untersuchte in einer Studie für das Familienministerium die wirtschaftlichen Folgen von Trennung und Scheidung. Die WissenschafterInnen ließen Ende 2000 1.500 Geschiedene befragen.

Eine Scheidung verdoppele das Armutsrisiko von Frauen - im Zeitraum von zwei Jahre vor der Trennung bis zu einem Jahr danach steige die Armutsquote unter ihnen von 20 Prozent auf 34 Prozent an. Dennoch seien Frauen ein Jahr nach der Trennung mit ihrem Leben zufriedener als Männer, betonte Andreß. "Das Leben besteht nicht nur aus Einkommen", sagte er.

Die Studie habe auch gezeigt, dass die Situation von Hausmännern nach einer Scheidung ebenso schlecht ist wie die von Hausfrauen: "Allein erziehende Männer haben ebenso Einkommensverluste wie allein erziehende Mütter", sagte Andreß. (APA/dpa)

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