Kohl, Bush und Gorbatschow bei Feier zur deutschen Einheit vereint

5. Oktober 2003, 14:36
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Treffen in Atlanta - Altkanzler zu Rumsfeld: Hart ist nicht immer klug

Atlanta - Deutschlands Altkanzler Helmut Kohl und die beiden früheren Präsidenten der USA und Russlands, George Bush und Michail Gorbatschow, haben am Freitag in Atlanta den Jahrestag der deutschen Einheit gefeiert. Bei der von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer organisierten Konferenz ging es auch um aktuelle Tagespolitik. Im Hinblick auf den Irak rief Gorbatschow dabei die USA auf, "die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen wiederherzustellen."

"Altes Europa"

Kohl wurde von Moderator Tom Brokaw gefragt, wie er denn die im Vorfeld des Irak-Kriegs gemachte Äußerung von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld beurteile, der die Kriegsgegner Deutschland und Frankreich als "altes Europa" bezeichnet hatte. Kohl antwortete, auch er habe in seiner Karriere viele Reden gehalten und dabei mitunter auch ein paar wirklich dumme Bemerkungen gemacht. Rumsfeld sei offenbar der Ansicht gewesen, hart erscheinen zu müssen. Wenn man aber hart sei, sei man nicht immer klug, entgegnete Kohl.

Der frühere US-Außenminister James Baker sprach von einem wachsenden öffentlichen Misstrauen auf beiden Seiten des Atlantiks. Es gebe viel Arbeit, damit die Beziehungen zwischen den USA und Europa wegen des Irak-Kriegs keinen dauerhaften Schaden nähmen. Bush erklärte im Hinblick auf die UNO, wenn es hart auf hart komme, sei es halt nicht jedem Lande möglich, allem zuzustimmen. (APA/AP)

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    Kohl, Gorbatschow und Bush wieder vereint

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