Pjöngjang: "Technische Hindernisse" für Atombombenbau beseitigt

5. Oktober 2003, 15:43
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USA setzen Verhandlungen mit Nordkorea trotz Drohungen fort - Japan skeptisch

Seoul/Washington - Nordkorea hat nach eigenen Angaben letzte Hindernisse zum Bau von Atombomben aus gebrauchten Brennstäben überwunden. Das Land habe "alle technischen Hindernisse" bei der Umwandlung von Plutonium beseitigt, erklärte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Das nordkoreanische Außenministerium hatte am Vortag erklärt, Pjöngjang habe 8.000 Nuklearbrennstäbe wiederaufbereitet und damit die Voraussetzung für den Bau von Atomwaffen geschaffen. Aus den Brennstäben kann Nordkorea US-Schätzungen zufolge ausreichend Plutonium für den Bau von etwa sechs Atomwaffen gewinnen.

Verhandlungen fortgesetzt

Die US-Regierung will trotz der Erklärungen aus Pjöngjang an ihren diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung der Atomkrise festhalten. Er sei über die nordkoreanischen Angaben besorgt, doch gebe es "keinen Beweis" für ihren Wahrheitsgehalt, sagte US-Außenminister Colin Powell am Donnerstag in Washington. "Die Nordkoreaner machen solche Erklärungen von Zeit zu Zeit, die oft nur Wiederholungen ihrer vorherigen sind." Powell bekräftigte, dass Washington seine "diplomatischen Anstrengungen fortsetzen" werde.

Japan skeptisch

Auch die japanische Regierung zeigte sich am Freitag skeptisch über die nordkoreanischen Angaben. Es gebe keinen "greifbaren Beweis" dafür, dass das kommunistisch regierte Land tatsächlich 8.000 Atombrennstäbe aufbereitet habe. Außenministerin Yuriko Kawaguchi kritisierte die jüngste Erklärung Nordkoreas: Die Teilnehmer der Sechser-Gespräche einschließlich Pjöngjang hätten vereinbart, die Atomkrise nicht "weiter zu verschlimmern." (APA/AFP)

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