Agrarplan zum Schutz des Grüngürtels

5. Oktober 2003, 20:24
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Wald-, Wiesen- und Augebiet rund um Wien sollen geschützt werden

Wien - Ein "agrarstruktureller Entwicklungsplan" soll den Grüngürtel rund um Wien schützen. Diese Wald-, Wiesen- und Augebiet reichen vom Wienerwald im Westen bis über den Bisamberg und bis in die Lobau.

Plan

Für diesen Plan, der sich bereits in der Endredaktion befindet, gilt es, viele Interessen unter einen Hut zu bringen. Denn einerseits verfügt Wien über beachtliche landwirtschaftliche Flächen (Gemüse, Wein, Obst) in Simmering, Döbling oder Stammersdorf. Andererseits geben immer mehr Familienbetriebe auf, weil es keine Nachfolger gibt oder Betriebe unrentabel sind. Sämtliche Landwirtschaftsflächen werden nun definiert und Maßnahmen zum Erhalt der Flächen erarbeitet.

Gebiet touristisch sanft erschlossen

Das Forstamt ist an der Erhaltung des Waldes interessiert, nicht zuletzt, weil mit dem Projekt "Rund um den Bisamberg" das Gebiet touristisch sanft erschlossen werden soll. Das Projekt wurde bereits vorgestellt - DER STANDARD berichtete - die entsprechenden Widmungen seien bis Jahresende erledigt, kündigt Stadtrat Rudolf Schicker an.

Nordostumfahrung in Diskussion

Heftig diskutiert wird derzeit die Lobau im Zusammenhang mit der Nordostumfahrung. Es werden zwei Straßentrassen diskutiert. Jene von der Planungsgemeinschaft Ost (PGO), die die Lobau über viereinhalb Kilometer queren würde und östlich von Eßling nach Norden führt. Und jene, die von der Stadt Wien forciert wird: Eine weiter innen liegende Trasse zwischen Aspern und Eßling, die das Flugfeld Aspern erschließt. Karl Glotter (MA 18 Stadtplanung) hält diese Variante für sinnvoller, weil erstens weniger Grünland gekreuzt würde und S1 und die künftige U2-Endstation Aspern zusammenträfen. Ein Anwachsen des "Speckgürtels" entlang der S1 und damit mitten im Grüngürtel halten Schicker und Glotter für ein geringes Problem, da in dem Bereich nur wenige S1-Anschlussstellen gebaut würden. (aw, DER STANDARD Printausgabe 3.10.2003)

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