Wien verliert an Attraktivität

9. Oktober 2003, 12:50
2 Postings

US-Neuinvestitionen sind in den vergangenen Jahren um ein Viertel zurückgegangen - Austro-Werbeoffensive in New York

New York - Die Investitionen aus den USA haben seit den Terroranschlägen 2001 und der nachfolgenden Wirtschaftskrise auch in Wien deutlich nachgelassen. Der Rückgang beträgt rund ein Viertel, wie der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Nettig, bekannt gab. Im weltweiten Vergleich sei dieser Einbruch, so betonte er, jedoch geringer ausgefallen. Nettig weilt derzeit an der Spitze einer Delegation der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer in New York.

"Wien hat eine Top-Position als Standort. Wir haben uns nicht zuletzt auf Grund konkreter Marketingaktivitäten als verlässlicher Partner gezeigt", versicherte Nettig. Trotz der Ereignisse vom 11. September fiel die Bilanz für 2001 noch äußert positiv aus. Laut Nettig war die USA in diesem Jahr nach Deutschland zweitwichtigster Investor in Wien.

Mehr als 30.000 Arbeitskräfte durch US-Firmen

Das gesamte Investitions-Volumen betrug 2,6 Mrd. Euro, was einen Zuwachs von 25 Prozent bedeutet hat. Mehr als 30.000 Arbeitskräfte waren 2001 in mehr als 300 US-Töchtern in der Bundeshauptstadt beschäftigt. Von 50 der 500 größten US-Firmen gab es Aktivitäten in Wien.

2002 erreichten die Neuinvestitionen aus den USA mit 355 Mio. Euro nur mehr 75 Prozent des Normalniveaus. Zu beachten sei jedoch, so Nettig, dass laut einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen die internationalen Investitionen sich zwischen dem Jahr 2000 und 2002 weltweit sogar um die Hälfte verringert haben.

Exporte in die USA stark rückgängig

"Bedauerlich" ist laut Nettig derzeit die Situation bei den Exporten von Wiener Firmen in die Vereinigten Staaten. Diese sind 2002 um etwa ein Drittel zurückgegangen - und liegen derzeit etwa beim Niveau von 1997.

Die Wirtschafts-Delegation aus Wien versucht derzeit in New York, verlorenes Terrain wieder zu gewinnen. Neben einer Ausstellung zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Wiener Werkstätte - welche exklusive Konsumgüter zeigt - wird auch um US-Investoren geworben. Die Nähe der Donaumetropole zu den wachsenden Märkten der EU-Beitrittsländer wird dabei als eines der Argumente ins Treffen geführt.(APA)

  • Die Investitionen aus den USA haben seit den Terroranschlägen 2001 und der nachfolgenden Wirtschaftskrise auch in Wien deutlich nachgelassen

    Die Investitionen aus den USA haben seit den Terroranschlägen 2001 und der nachfolgenden Wirtschaftskrise auch in Wien deutlich nachgelassen

Share if you care.