Eurozone: Industrie im September wieder optimistischer

1. Oktober 2003, 11:15
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Einkaufsmanagerindex überschreitet dank zunehmender Neuaufträge wieder Wachstumsschwelle

Wien - Die allgemeine Stimmung in der Verarbeitenden Industrie in den Euroländern hat sich im September gegenüber dem Vormonat erneut verbessert und zeigt wieder einen - allerdings noch sehr leichten - Wachstumstrend. Der in acht Euroländern ermittelte Einkaufsmanagerindex (EMI) überschritt im September mit 50,1 Punkten erstmals seit sieben Monaten wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. "Der Anstieg des EMI reflektiert einen schnelleren Zuwachs bei Neuaufträgen und eine Rückkehr in die Wachstumszone bei der Produktion", erklärte das für die Berechnung zuständige Forschungsinstitut NTC am Mittwoch. Die Beschäftigung ist allerdings noch stärker zurückgegangen als im Vormonat.

Der Teilindex Produktion stieg auf 51,7 Zähler und zeigte damit erstmals seit sechs Monaten wieder eine Ausweitung der Produktion. Dabei produzierte die Branche zum ersten Mal seit November 2002 in allen acht untersuchten EU-Ländern mehr als im Vormonat. Treibende Kraft für die Entwicklung im September war vor allem die Rückkehr zum Produktionswachstum in Deutschland und Italien. In Frankreich indes verlangsamte sich das Wachstum.

Neuaufträge legen zu

Die Neuaufträge legten im zweiten Monat in Folge zu, nachdem sie in den fünf Monaten zuvor abgenommen hatten. Der entsprechende Teilindex stieg im September auf 52,0 Punkte. Während der Index für die Neuaufträge in Deutschland den höchsten Stand seit Jänner 2001 erreichte, begründeten die Einkaufsmanager das verlangsamte Wachstum in Frankreich und das seit sechs Monaten anhaltende Auftragsminus in Italien mit der Stärke des Euro zum Dollar und dem starken Wettbewerb in Asien.

Ein deutlich besseres Neugeschäft hat im September den seit über einem Jahr anhaltenden Abwärtstrend in der deutschen Industrie gestoppt. Der EMI für Deutschland stieg im September auf 50,2 Punkte von 48,8 Punkten im August. Damit sprang der Index hier erstmals seit 14 Monaten wieder über die Wachstumsschwelle. Hauptantrieb dafür war die deutliche Erhöhung beim Neugeschäft. Der Teilindex für die Neuaufträge sprang auf 54,0 nach 50,9 Punkten im Vormonat und erreicht damit den höchsten Stand seit Jänner 2001. Als Gründe dafür nannten die befragten Einkaufsmanager sowohl das bessere Exportgeschäft als auch die höhere Binnennachfrage. Das Auslandsgeschäft nahm zum zweiten Mal in Folge zu, besonderer Motor für den Exportzuwachs waren die USA.

Produktivitätsgewinne

Allerdings setzten die deutschen Unternehmen dabei auf Produktivitätsgewinne und bauten weiter Stellen ab. Der entsprechende Teilindex zur Beschäftigung lag mit 45,4 nach 44,9 Punkten weiter klar unter 50 Zählern.

Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Verarbeitenden Industrie im Vergleich zum Vormonat hin. Werte unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50 abweichen, desto stärker sind die Wachstums- oder Schrumpfungstendenzen. Als Frühindikator spiegelt der Index mit hoher Aktualität die konjunkturelle Lage und das Wachstum in der Verarbeitenden Industrie in der Euro-Zone wider.

Befragt wurden Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland, Österreich, Griechenland und den Niederlanden. In diesen Ländern werden 92 Prozent der Industrieproduktion der Euro-Zone erwirtschaftet.(APA/Reuters)

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