Montanuni Leoben wird weiblich: Erste Professorin berufen

3. Oktober 2003, 17:58
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Münchner Betriebswirtin besetzt österreichweit einzigen Lehrstuhl für Industrielogistik

Graz - Ein Meilenstein in der 160-jährigen Geschichte wurde an der Montanuniversität Leoben gesetzt: Erstmals erhält eine Frau eine Professur. Die Münchner Betriebswirtin Corinna Engelhardt (geb. 1966) wird mit 1. Oktober am Institut für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften eine Professur für Industrielogistik antreten - und besetzt damit auch die österreichweit einzige Professur dieser Art. Der Montanuniversität ist Engelhardt schon längere Zeit verbunden: sie hat dort auch ihre Dissertation abgelegt.

Österreichweit ist die Montanuni die einzige, die ein Studium der Industrielogistik anbietet. Seit dem Vorjahr wird diese Studienmöglichkeit angeboten. Mit dem neuen Semester gibt es dazu in Leoben auch die erste Professur. Die neue Professorin hat Erfahrungen sowohl in der Industrie als auch auf Universitätsboden gesammelt. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität München (1994-1998) war sie bei der Siemens AG tätig, wo sie im Halbleiterbereich unter anderem für die Optimierung der Produktionslogistik mehrerer Fabriken verantwortlich war. Diese Tätigkeit führte sie zur Montanuniversität Leoben, wo Engelhardt ihre Doktorarbeit über Störungen im Informationsfluss einer Organisation verfasste.

Seit dem Sommersemester 2002 ist Engelhardt bereits als Gastprofessorin am Institut für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften tätig. An der Montanuni schätzt sie den "intensiven und persönlichen Diskurs mit den Studierenden". Als Professorin wolle sie in dem auch für die Universität neuen Bereich die Lehre"auf ein hohes Niveau" und die Forschung aktiv und mit klarem Industriebezug vorantreiben. Im Bereich der Produktionslogistik, des Prozessmanagements mit dem Ziel der Optimierung der Abläufe sowie des Informations- und Wissensmanagement will sie besondere Schwerpunkte setzen.

Die Bedeutung der Industrielogistik nehme vermehrt zu, da auf Grund der immer geringeren qualitativen Unterscheidbarkeit der Produkte für viele Unternehmen die "Differenzierung über Logistikleistung" entscheidenden Nutzen für den Kunden bringe, so Engelhardt: "Wer auf akzeptablem Preisniveau und zuverlässig kurze Lieferzeiten - Stichwort Echtzeit-Lieferung - garantieren kann, ist auf gutem Weg zur Marktführerschaft", so die Professorin. Das Management der Versorgungskette vom Lieferanten bis hin zum Transport zum Kunden verfolge prinzipiell immer die gleichen Ziele: Schnelligkeit, hoher Servicegrad, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. (APA)

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