Knesset-Ausschuss fordert Entlassung von Rebellen-Piloten

1. Oktober 2003, 14:30
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28 israelische Soldaten weigern sich, Einsätze in dicht besiedelten Palästinensergebieten zu fliegen

Jerusalem - Der Verteidigungsausschuss des israelischen Parlaments hat die Armee aufgefordert, 28 Kampfpiloten zu entlassen, die sich weigern, gezielte Tötungseinsätze gegen Palästinenser zu fliegen. Die Piloten, darunter acht aktive Kampfpiloten der Luftwaffe, hatten in der vergangenen Woche in einem offenen Brief an Luftwaffenchef Dan Haluz angekündigt, sie würden nicht mehr an Angriffen auf dicht besiedelte Palästinensergebiete teilnehmen.

"Unmoralisch und illegal"

Befehle zu Angriffen auf Ziele in dicht besiedelten Wohngebieten, so hieß es weiter, seien "unmoralisch und illegal". "Mit einer Axt kann man keine chirurgische Operation ausführen, egal wie qualifiziert der Chirurg ist", sagte ein Verweigerer unter Anspielung auf die umstrittene Liquidierung militanter Palästinenser. Der Ausschuss bezeichnete den Brief der Piloten am Dienstag als "Aufforderung zur Meuterei in Kriegszeiten". Die israelische Luftwaffe hat seit Beginn des Konflikts mit den Palästinensern Dutzende Menschen durch gezielte Angriffe mit Kampfhubschraubern liquidiert.

Unter dem Druck der Armee und der überwiegend negativ reagierenden Medien hat inzwischen einer der ursprünglich 27 Piloten seine Unterschrift unter der gemeinsamen Erklärung zurückgenommen. Zwei weitere beteiligten sich jedoch neu an der Protestaktion. Die noch aktiven acht Kampfpiloten müssen jetzt mit schweren Disziplinarmaßnahmen und sogar ihrer Entlassung aus der Armee rechnen, berichteten die israelischen Medien.(APA/dpa)

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