Hicke: "Ivanschitz wird der Nächste sein"

3. Oktober 2003, 14:44
188 Postings

Rapid-Trainer Josef Hickersberger klagt nach dem Ausfall von Kapitän Steffen Hofmann über "Treter und Grätscher" im heimischen Fußball

Wien - Zehn Runden lang hatte Steffen Hofmann in der T-Mobile Fußball-Bundesliga unbeschadet überstanden, am Sonntag aber erwischte es den Kapitän von Rekordmeister SK Rapid: Der 23-jährige Deutsche wurde in Pasching beim 2:1-Sieg schon in der Anfangsphase gefoult und zog sich dabei einen Seitenbandeinriss im linken Knie zu. Er fällt drei bis fünf Wochen aus. Rapid-Trainer Josef Hickersberger reagierte geknickt und verärgert auf den Ausfall seines Spielmachers.

"Ein Armuts-Zeugnis"

"Diese Treter und Grätscher sind ein Armuts-Zeugnis für den österreichischen Fußball. Ivanschitz wird der Nächste sein, denn sie ausschalten werden", klagte Hickersberger. "Bis jetzt konnten sich die Gegner abwechseln, wenn sie Hofmann und Ivanschitz abgeklopft haben. Jetzt können sie sich bei einem abwechseln. Das wird unsere Nummer 8 sein. Das macht die Sache leichter", lautete der resignative Kommentar des Rapid-Coach. "Unser Malus ist scheinbar, dass wir kreative Leute haben, die Fußball spielen wollen. Und nicht solche, die mit barer Münze zurückzahlen."

Kritik an den Schiedsrichtern

"Aber unsere Fans registrieren, dass wir anders spielen und uns wohltuend vom pragmatisierten Fußball anderer Vereine abheben. Wir müssen das aber bezahlen, indem uns die Gegner in die Füße treten", meinte Hickersberger, der besonders darüber verärgert ist, wie die österreichischen Schiedsrichter auf die Attacken auf seine Schützlinge reagieren. "Vor der Saison wurde der Schutz der Spielmacher als oberste Priorität ausgegeben. Aber es passiert nichts. Fouls ohne Ball sind regelkonform eindeutig mit Rot zu ahnden, aber wir müssen schon froh sein, wenn der Schiedsrichter überhaupt pfeift."

Hickersberger sieht Absicht hinter Verletzungen

Schiedsricher-Chef Gerhard Kapl versprach dem Rapid-Trainer, der ohnehin schon auf die verletzten Markus Hiden, Stefan Kulovits, Jovica Vico und Stefan Burgstaller verzichten muss, bei der nächsten Tagung das Thema anzusprechen. "Aber das wird zu spät kommen. Tatsache ist, dass derzeit die Verletzungen von gegnerischen Spielern in Kauf genommen oder gar beabsichtigt werden", so die Moment-Aufnahme von Hickersberger.

Galgenhumor bei Hofmann

Rapid-Kapitän Hofmann nahm seine Verletzung übrigens mit Galgenhumor zur Kenntnis. "Es war nur eine Frage der Zeit, dass bei solchen Fouls was passiert. Ich bin froh, dass es nicht ganz so schlimm wurde." Bei einer Presse-Konferenz kurz nach Saisonstart hatte der Deutsche seinen Eindruck von der österreichischen Fußball-Liga noch so beschrieben: "Gegen einige Mannschaften zu spielen ist so, als ob man durch ein Minenfeld läuft."(APA)

  • Hickersberger ist mit den Schiedsrichtern nicht einverstanden.

    Hickersberger ist mit den Schiedsrichtern nicht einverstanden.

Share if you care.