Biobauer wollte "Hanfsamenbank" gründen und landete vor Gericht

1. Oktober 2003, 15:21
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12,4 Kilogramm Hanfpflanzen beschlagnahmt - Ein Jahr bedingte Haft für Oststeirer

"Mein Traum war die Errichtung der ersten österreichische Hanfsamenbank". Mit dieser Erklärung wartete ein Oststeirer am Dienstag im Grazer Straflandesgericht auf, wo er sich wegen der Erzeugung von Suchtgift verantworten musste. Der 42-jährige beteuerte, er habe ausschließlich die Samen verkaufen wollen, nicht jedoch Marihuana. Dass er selbst ein wenig geraucht habe, gab er allerdings zu. Das Urteil lautete auf ein Jahr bedingte Haft und ist nicht rechtskräftig.

Nicht zur Gewinnung von Suchtgift

Der Schafscherer und Biobauer Christian E. beteuerte eindringlich, seine Hanfplantage - zuletzt waren es rund 30 Pflanzen - nicht zur Gewinnung von Suchtgift betrieben zu haben. Er wollte die Pflanzen verkaufen, "weil sie schöne Blüten und Blätter haben". Zu seinen Kunden gehören unter anderem "90-Jährige, die die Pflanzen auf das Grab des verstorbenen Gatten setzen", erklärte er dem Richter.

"Es ging mir dabei auch um die Arterhaltung"

Als er in einem Grazer Hanfladen gesehen habe, wie teuer der Samen verkauft wird - zehn Stück kosten je nach Sorte bis zu 145 Euro - kam er auf die Idee, das auch zu versuchen. Er wollte steirischen Biohanf als Gegensatz zum holländischen Gen-Hanf erzeugen: "Es ging mir dabei auch um die Arterhaltung", meinte er.

"Da haben wir keinen Hund gebraucht"

Doch zum Verkauf kam es nicht mehr, denn zuvor wurde sein Lager mit 12,4 Kilogramm geerntetem Hanf auf dem Dachboden eines Nachbarhauses entdeckt. "Das hat man von draußen schon gerochen, da haben wir gar keinen Hund gebraucht", erzählte ein Gendarmeriebeamter. Der Biobauer kam mit einem Jahr bedingter Haft davon, weil er das Suchtgift zwar erzeugt, aber nicht weitergegeben hatte. Er erbat sich Bedenkzeit. (APA)

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    Hanfplanzen: Steirischer Biobauer wollte "Hanfsamenbank" gründen.

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