Schweiz will e-Government stärker als bisher fördern

5. Oktober 2003, 10:47
posten

Eidgenossenschaft wegen dezentraler Verwaltung im Hintertreffen

Die Schweiz soll im sogenannten e-Government international führend werden. Um dies zu erreichen, hat der Bund das Projekt "eVanti.ch" lanciert, das vor allem eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden anstrebt. Finanzminister Kaspar Villiger hat am Montag in Luzern die Auftaktveranstaltung zu "eVanti.ch" eröffnet. Die elektronische Abwicklung von Verwaltungsabläufen berge große Potentiale, sagte der Finanzminister laut einer Presseaussendung.

Dank e-Government könne die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen erleichtert und verbilligt werden, sagte Villiger. Dies stärke den Föderalismus. Villiger machte aber auch Vorteile für den Wirtschaftsstandort Schweiz und die Bevölkerung aus. Voraussetzung dazu ist, dass e-Government standardisiert wird. In der dezentral organisierten Schweiz sind aber Insellösungen die Regel. Im europäischen Vergleich geriet die Schweiz bisher deshalb in Rückstand.

"eVanti.ch" soll dies ändern. In kurzer Zeit soll die Zahl der e-Government-Anwendungen zu geringen Kosten erhöht werden. Dabei geht es auch darum, das Image der Schweiz als fortschrittliche Informationsgesellschaft zu verbessern. "eVanti.ch", für das das Informatikstrategiorgan des Bundes (ISB) verantwortlich zeichnet, tritt dabei als Koordinator auf. Es richtet eine fachspezifische Datenbank ein und misst regelmäßig die Fortschritte.

Bis 2005 soll die Schweiz im e-Government in den internationalen Ranglisten einen Platz im ersten Drittel einnehmen. Zurzeit liegt sie nach Angaben des Finanzdepartements im europaweit auf dem 15. von 18 Plätzen.

Als Beispiel dafür, dass nicht jeder Kanton und jede Gemeinde eine eigene Lösung erfinden muss, wurde in Luzern das Projekt "Geoinformation Zentralschweiz" vorgestellt. An diesem Vorhaben zur amtlichen Vermessung beteiligen sich fünf der sechs Zentralschweizer Kantone.(APA/sda)

Share if you care.