Hilfe gegen Virus-bedingtes Asthma

14. Oktober 2003, 14:11
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Leukotrien-Antagonist per Tablette einnehmbar

Wien - Ein so genannter Leukotrien-Antagonist - die in Tablettenform einnehmbare Substanz Montelukast - hilft auch Kindern, bei denen die Asthma-Anfälle durch virale Erkältungen ausgelöst wird. Dies hat eine neue Studie ergeben, die am Sonntag beim Europäischen Lungenkongress präsentiert wurde.

Asthma wird bei Kindern vor allem mit Bronchien-erweiternden Substanzen (Bronchodilatoren) und inhalierbarem Kortison behandelt. Doch bei der Erkrankung spielen auch Leukotriene eine Rolle, welche in den Bronchien die Entzündung voran treiben. Vor einigen Jahren wurden deshalb Substanzen entwickelt, welche die Entstehung dieser Leukotriene selbst oder deren Wirkung blockieren. Der Vorteil: Montelukast kann geschluckt bzw. als Kautablette verabreicht werden und muss nicht inhaliert werden.

Das Mittel hat sich besonders bei Kindern bewährt, denen man Kortison wegen der möglichen Nebenwirkungen ersparen will. Es ist aber nicht so stark antientzündlich wirksam wie Kortison.

Die Betroffenen

Acht bis 13 Prozent der Kinder leiden derzeit in den westlichen Industriestaaten bereits an Asthma. Eine Sondergruppe sind hier kleine Kinder (unter fünf Jahre): Bei ihnen lösen hauptsächlich Virusinfekte die Anfälle aus. Ältere Kinder haben hingegen vor allem allergisches Asthma. Bisher gab es keine Therapie, die eine echte Besserung bei Kindern mit "Virus-Asthma" bewirkte.

In die wissenschaftliche Studie wurden 500 Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren aufgenommen. Sie mussten bereits an Virus-bedingtem Asthma gelitten haben. Zwischen solchen Attacken in Zusammenhang mit Infektionen waren sie weitestgehend symptomfrei. Ein Teil der Kinder erhielt zwölf Monate lang ein Scheinmedikament, die andere Hälfte ein Mal pro Tag Montelukast (Merck, Sharp & Dohme).

Ergebnisse sehr positiv

Die Ergebnisse waren - so Fachleute unter Univ.-Prof. Dr. Hans Bisgaard vom Kopenhagener Universitäts-Kinderspital bei einer Pressekonferenz des Pharmakonzerns - ausgesprochen positiv: Jene Kinder, die das echte Medikament erhalten hatten, erlitten um knapp 32 Prozent weniger Anfälle. Gleichzeitig verringerte sich die Einnahme von Kortison um ebenfalls knapp 32 Prozent. Statt durchschnittlich binnen 147 Tagen (Placebo-Gruppe) hatten die Kinder aus der Montelukast-Gruppe ihren ersten neuerlichen Asthmaanfall erst nach 206 Tagen.

"Das sind wichtige Ergebnisses. Bisher wurden solche Kinder mit den älteren Asthmamedikamenten behandelt, zum Beispiel inhalierbarem Kortison und/oder Bronchdodilatoren, behandelt. Für sie gab es keinen Nachweis, dass sie wirklich die Zahl der Asthmaanfälle verringern", erklärte Bisgaard. (APA)

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