Uganda: Blutbad in Dorf

30. September 2003, 17:47
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Kämpfer der "Widerstandsarmee des Herrn" griffen Ortschaft an

Kampala - Im Nordosten von Uganda haben Rebellen ein Dorf überfallen und ein Blutbad unter der Bevölkerung angerichtet. Mindestens neun Menschen seien getötet worden, teilten Behördenvertreter und Militärsprecher am Samstag mit. Die Kämpfer der Widerstandsarmee des Herrn (LRA) griffen die Ortschaft Amimir, 300 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kampala, am Donnerstag an.

Die Bewohner seien in den Busch geflohen, und einige seien dort ihren schweren Verletzungen erlegen, sagte Ndiwa Chamsuet, ein Sprecher der Bezirksverwaltung. Die Suche nach Opfern des Massakers dauere an. Nach Militärangaben kamen auch drei Rebellen ums Leben.

Tausende Tote

Die LRA kämpft seit 1986 gegen die Regierung von Präsident Yoweri Museveni. Ihr gewaltsamer Aufstand hat den gesamten Norden des Landes verwüstet und tausende Bewohner das Leben gekostet. Allein seit Juni flohen nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen rund 300.000 Menschen aus ihren Heimatorten. Insgesamt hat der Bürgerkrieg bisher 1,1 Millionen Ugander zu Flüchtlingen gemacht.

Die Rebellen der LRA kämpfen gegen die Regierung von Präsident Yoweri Museveni. Immer wieder entführen sie Kinder und Jugendliche, um sie zu Kämpfern auszubilden oder als Konkubinen zu misshandeln. (APA/AP)

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