Geschlechterthematik in Kirche

1. Oktober 2003, 21:45
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Kunstmeile Krems setzt Frauen-Schwerpunkt - unter andrem mit Arbeiten von Valie Export und Maria Lassnig

Krems - "Mimosen - Rosen - Herbstzeitlosen. Künstlerinnen - Positionen 1945 bis heute" ist der Titel einer neuen Ausstellung in der Minoritenkirche Krems-Stein (5. Oktober bis 15. Februar 2004). Die Ausstellung österreichischer Künstlerinnen geht u.a. der Frage nach, ob Geschlechtertrennung heute noch zeitgemäß ist. Rund 200 Werke veranschaulichen, dass Frauen keineswegs Mitläuferinnen männlich dominierter Kunstströmungen waren, sondern innovativ Entwicklungen geprägt und mitbestimmt haben.

Die Präsentation beginnt chronologisch, wodurch der Besucher eine Übersicht über den Anteil von Künstlerinnen an der Entwicklung der Kunst nach 1945 erhält. Laut Aussendung der Kunsthalle ist es ein zentrales Anliegen, in diesem Zusammenhang die vergessenen und zum Teil emigrierten Künstlerinnen und ihre Werke aus der Zeit von 1945 bis 1970 wieder in den Kontext der österreichischen Kunstgeschichte zu stellen.

Vom Rand in die Mitte geholt

Gattungen setzen ebenso Schwerpunkte wie Materialien und Medien. Bewusst werden jene Bereiche einbezogen, die als "traditionell weibliches Rollenverhalten" gerne an den Rand gedrängt werden. Neben Malerei, Objektkunst und Fotografie werden die Auseinandersetzung mit neuen Medien und insbesondere Performance und Body-Art zu sehen sein.

Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Oeuvre von 160 Künstlerinnen, darunter Valie Export, Christine und Irene Hohenbüchler, Johanna Kandl, Kiki Kogelnik, Maria Lassnig, Florentina Pakosta, Eva Schlegl und Susanne Wenger. Raum gegeben wird auch Künstlerinnen wie Johanna Schidlo, Maria Szeni und Rita Furrer, "deren Werk zu Unrecht an den Rand gedrängt wurde", heißt es in der Aussendung der Kunsthalle Krems. Die junge Generation von Künstlerinnen ist im Bereich der Malerei von Elke Krystufek bis Esther Stocker und in der Fotografie von Birgit Jürgenssen bis zu jungen "Shooting Stars" wie Jutta Strohmeier vertreten.

Rahmenprogramm

Kuratorinnen sind Christa Hauer-Fruhmann, Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Silvie Steiner und Elisabeth Voggeneder. Zur Ausstellung erscheint ein 352 Seiten und 600 Abbildungen umfassender Katalog.

Den Frauen-Schwerpunkt der Kunstmeile Krems ergänzt die Ausstellung "Arbeitsmuster - Eine Installation im ehemaligen Websaal" in der Factory: Aus Videointerviews und Tonaufnahmen von Webstühlen entsteht eine Installation, die die komplexen Beziehungen zwischen den persönlichen Geschichten der Arbeiterinnen und den mechanisierten Prozessen der Fabriksarbeit, zwischen Individualität und Automatisierung, aufzeigt und sinnlich erfahrbar macht. Ebenfalls eröffnet wird "High Hills - Kunst im öffentlichen Raum". Um 19.30 Uhr bestreiten K.U.S.C.H in der Minoritenkirche die Eröffnungsperformance "Ein Stück Laufstegtheater - Adjö Klischeè Passè". (APA)

Kunstmeile Krems: "Künstlerinnen - Positionen 1945 bis heute", Minoritenkirche, 5.10.-15.2. 2004, Eröffnung durch LHStv. Liese Prokop: 4.10., 16.00 Uhr, geöffnet täglich 10.00-18.00 Uhr, "Arbeitsmuster", Factory, 5.10.-11.1. 2004

Infos unter Tel. 02732 / 90 80 10
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