80. IGNM-Weltmusiktage in Slowenien

2. Oktober 2003, 20:29
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Aus Österreich ist unter anderem das Klangforum Wien vertreten

Laibach - In Slowenien beginnen die 80. Weltmusiktage, die jährliche Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für neue Musik (IGNM). Wie der Laibacher Komponist und Musikkritiker Pavel Mihelcic, Programmdirektor der angesehenen internationalen Veranstaltung, erklärte, werde man im Laufe des Programms mit "großer Liebe und Genugtuung" der Künstler gedenken, die im Jahre 1922 im Salzburger Cafe Bazar die IGNM gegründet haben. Aus Österreich tritt u. a. das Klangforum Wien auf.

"Neue Musik für das dritte Jahrtausend"

Die slowenischen Weltmusiktage mit der Bezeichnung "Neue Musik für das dritte Jahrtausend" umfassen rund 40 Konzerte, darunter fünf symphonische, mehrere Installationen, sechs Ausstellungen und das zweitägige musikologische Symposion. Mihelcic, der sich die Möglichkeit, die Weltmusiktage in Slowenien abzuwickeln, in der IGNM "schwer erkämpfen" musste, freut sich, gleichzeitig das 80-jährige Jubiläum der IGNM-Konzerte feiern zu können.

So werden in den nächsten acht Tagen u. a. Kompositionen "damaliger Salzburger" wie Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergej Prokofjev, Paul Hindemith, Pierre Boulez und Maurice Ravel dargeboten. Zugleich findet auch die Generalversammlung der Internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Musik statt. Preise für den besten jungen Komponisten und für die beste Ballettmusik werden vergeben.

"Unverstandene Musik"

Die Idee, die "unverstandene", also dem Geschmack der Zeit unangepasste Musik, stärker im Bewusstsein des Publikums zu verankern, stammt von Persönlichkeiten wie Alban Berg, Paul Hindemith und Rudolf Reti. Im genannten Cafe kamen sie überein, einige Kammerkonzerte mit "neuer" Musik zu veranstalten. Diese "Festspiele" im Jahre 1922 werden in der Musikgeschichte als "Null-Festival" bezeichnet. Schon im August des Folge-Jahres gab es dann die ersten "Weltmusiktage" der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, deren 80. Jubiläum heuer gefeiert wird. In sechs Konzerten wurden Werke von Arnold Schönberg, Alban Berg, Bela Bartok, Ernst Krenek, Maurice Ravel, Francis Poulenc, Paul Hindemith und anderen Größen der modernen Musik dargeboten. Die Veranstaltung wurde zur Tradition.

Auftakt und Weiterklang

Am Freitag gibt es gleich drei musikalische Eröffnungsveranstaltungen. Im Felsenschloss Predjamski grad nahe Postojna (Adelsberg) treten das Orchester des slowenischen Heeres und mehrere Instrumental- und Singgruppen mit Werken slowenischer Komponisten auf, vorgestellt wird aber auch ein Blasinstrument, das nach einer aus Höhlenbärknochen gemachten, angeblich 45.000 Jahre alten Flöte aus einer slowenischen Höhle konstruiert wurde. Im Laibacher Kulturhaus "Cankarjev dom" gibt das Orchester der Slowenischen Philharmonie mit dem Dirigenten Rene Gulikers ein Abonnementkonzert, bei dem auch Honeggers 5. Symphonie aufgeführt wird. In den Nachtstunden werden in der Laibacher Altstadt "Licht- und Musikspiele" abgehalten.

Die nächsten Weltmusiktage finden in der Schweiz statt. (APA)

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