Jeder zweite Lenker saß schon alkoholisiert am Steuer

1. Oktober 2003, 09:46
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Studie bescheinigt "ernüchterndes Ergebnis" der Österreicher im Umgang mit Alkohol und Fahrtüchtigkeit

Graz - Gemeinsam mit Salzburg, Tirol und dem Burgenland gehört die Steiermark zu jenen Bundesländern, in denen die Zahl der Alkoholunfälle 2002 wieder gestiegen sind. Nach Alk-Unfällen mit Personenschäden liegt die Steiermark an der Spitze. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat nun eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass zwar das Wissen um das erhöhte Risiko gegeben ist, sich aber dennoch jeder zweite Lenker schon mindestens ein Mal alkoholisiert ans Steuer gesetzt hat.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die von KfV und Verkehrssicherheitsfonds beauftragte Studie (559 Befragte) förderte zu Tage, dass es im bewussten Risiko-Inkaufnehmen geschlechtsspezifisch erhebliche Unterschiede gibt: So gaben 66,3 Prozent der Männer zu, schon betrunken Auto gefahren zu sein, bei den Frauen waren es 37 Prozent. Ein "ernüchterndes Ergebnis", denn gleichzeitig schätzen 92 Prozent der Befragten dieses Verhalten als "sehr gefährlich" ein und 80 Prozent befürworten die 0,5 Promille-Grenze befürworten, erläuterte Peter Felber, Leiter der KfV-Landesstelle Steiermark.

Immerhin 70 Prozent sind der Überzeugung, dass eine härtere Bestrafung positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit hat. Sehr wenige Lenkerinnen und Lenker wissen allerdings darüber Bescheid, was auf sie zukommt, wenn sie in alkoholisiertem Zustand von der Exekutive erwischt werden: Nur rund zehn Prozent kennen das gesetzliche Strafausmaß.

Vortestgeräts

Felber weist darauf hin, dass 80 Prozent der Befragten mit dem routinemäßigen Einsatz eines Vortestgeräts einverstanden sind. "Verkehrsregelungen wirken meist nur in Verbindung mit ausreichenden Kontrollen", argumentiert der Verkehrsexperte für eine Ausweitung des Instrumentariums bei der Alkoholüberwachung im Straßenverkehr. Im Rahmen der "Verkehrssicherheitswoche" will das steirische KfV zwischen 29. September und 3. Oktober unter dem Motto "Alkohol am Steuer tötet" auf das Problem aufmerksam machen. (APA)

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