Angst vor Microsoft

5. Oktober 2003, 10:18
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Mitarbeiter einer MS-kritischen Studie verliert seinen Arbeitsplatz

Wie amerikanische Medien berichten, hat ein Mitarbeiter der Microsoft-kritischen Studie (Der Webstandard berichtet), die von der Computer & Communications Industry Association ( CCIA) veröffentlicht wurde, seinen Arbeitsplatz verloren.

Rauswurf

Der Computer Wissenschafter Dan Geer arbeitete bei der IT-Firma @Stake als Chief Technical Officer, und galt als Urheber der Studie, so berichtet der IT-Fachman Bruce Schneier, ebenfalls Autor der Studie, auf CNet.

Aussendung

@Stake verlautbarte in einer Aussendung, dass der Wissenschafter von der Firma das OK für die Veröffentlichung der Studie nicht erhalten habe, und nicht mehr bei der Firma angestellt sei. Allerdings wurde offiziell nicht die Teilnahme oder Veröffentlichung der Studie sanktioniert, die Bewertungen und Befunde des Reports stimmen aber nicht mit denen der Firma überein.

Geschäftliche Beziehungen

Der in der Studie heftig kritisierte Microsoft-Konzern stand laut Washington Post in geschäftlicher Beziehung mit @stake. Der Microsoft-Sprecher Sean Sundwell betont hingegen, dass Microsoft nichts mit @stakes internen personellen Entscheidungen zu tun habe. So habe die IT-Firma nach der Veröffentlichung der Studie sogar Microsoft angerufen, um zu versichern, dass die Ergebnisse des Wissenschafter nicht der Meinung seines Arbeitsgebers entsprechen.

Angst vor Microsoft

Der Firma @stake zu folge wurde Geer bereits einen Tag vor der Veröffentlichung der Studie entlassen, doch hatte dies der Betroffene anscheinend gar nicht gewusst, berichtet sein Kollege Schneier. Dieser erklärt auch, dass es extrem schwierig gewesen sei, Wissenschafter zur Teilnahme an diesem Projekt zu bewegen, viele sollen aus Angst vor Microsoft abgelehnt haben.

Die Autoren der Studie hatten bei der Veröffentlichung betont, dass es sich um ihre persönliche und nicht die Meinung ihrer Arbeitsgeber handelt.

Probleme

Zudem erfuhren die Autoren der Studie Probleme bei deren Veröffentlichung: Das Technologie Magazin CIO (Chief Information officers) lehnte die Studie zum Beispiel als zu prekär ab. Microsoft schaltet - so die Washington Post - häufig Werbung in diesem Magazin. (red)

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    montage: webstandard
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