Knapper Sieg für Jaras HSV

13. Oktober 2003, 15:42
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Glanzloser 2:1-Erfolg beim Heimspiel gegen Dnjepropetrowsk

Hamburg - Dank Bernardo Romeo hat der Hamburger SV im Uefa-Pokal gute Aussichten auf den Einzug in die zweite Runde. Der Argentinier erzielte im Erstrunden-Hinspiel gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk neun Minuten vor Schluss den 2:1 (0:1)-Siegtreffer. Zuvor hatte Kapitän Nico-Jan Hoogma fünf Minuten nach der Pause per Handelfmeter die überraschende Führung der ukrainischen Gäste durch Oleg Wenglinski (10.) ausgeglichen und damit dem Ligapokal-Sieger vier Tage nach dem 2:1 in der Bundesliga gegen Hansa Rostock den Weg zum zweiten Pflichtspiel-Erfolg in Serie geebnet. Der Erfolg bedeutet eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel am 15. Oktober.

Vorstandschef Hofmann stieg auf Euphoriebremse

Für die Hamburger schienen allerdings vor 26.831 Zuschauern die Probleme der deutschen Teams in den Erstrunden-Spielen am Mittwoch lange nicht Warnung genung gewesen zu sein. "Ich hoffe, unsere Mannschaft hat beim 1. FC Kaiserslautern gesehen, dass die Beendigung einer Krise auch nur ein Spiel dauern kann", hatte Hamburgs Vorstandschef Bernd Hofmann in Anlehnung an den Sieg gegen Rostock vorsorglich gemahnt.

Hamburger Ernüchterung

Doch seine Hoffnungen wurden über weite Strecken bitter enttäuscht. Sein Team war die meiste Zeit gegenüber Sonntag nicht wiederzuerkennen. Behäbig und ideenlos bestürmten die Hanseaten vor allem im ersten Durchgang die dicht gestaffelte Abwehr der Ukrainer. Klare Chancen aber gab es praktisch keine. In der Abwehr leistete sich dagegen Tomas Ujfalusi beim Gegentreffer einen Stellungsfehler und ließ sich anschließend von Wenglinski ausspielen. Auch Torwart Martin Piekenhagen sah beim 0:1 nicht gut aus.

Jara setzte auf Offensive

HSV-Trainer Kurt Jara hatte seine Mannschaft so offensiv aufgestellt wie in der bisherigen Saison nicht. So stürmten Romeo und Naohiro Takahara nebeneinander, Dahinter sollten Sergej Barbarez, Mehdi Mahdavikia und David Jarolim für Angriffswirbel sorgen. "Man muss sie unter Druck setzen, dann kommen sie in Schwierigkeiten", hatte Jara nach intensivem Videostudium des Gegners erkannt.

Fehlpässe und Pfiffe

Doch seine Mannschaft agierte lange viel zu harmlos. Erst Christian Rahn (21.) prüfte mit einem Fernschuss den sicheren Schlussmann Mikola Medin. Die Fans wurden angesichts der hilflosen Bemühungen immer unruhiger und reagierten mit Pfiffen auf zahlreiche Fehlpässe. Die Verunsicherung war den Hamburgern deutlich anzumerken.

Mehr Chancen, wenig Durchschlagskraft

Angesichts der spielerischen Einfallslosigkeit brachte Jara in der zweiten Hälfte den Argentinier Rodolfo Cardoso, der seit dem ersten Bundesliga-Spieltag keinen Einsatz mehr hatte. Die Hanseaten konnten sich im zweiten Durchgang zwar etwas mehr Chancen herausspielen, restlos überzeugen konnten sie aber trotz der Wende nicht.

Beim HSV konnte Barbarez vor allem in der zweiten Halbzeit gefallen. Außerdem steigerte sich auch Mahdavikia im zweiten Durchgang. Der gerade erst von einer Leistenverletzung genesene Torschütze Wenglinski ragte beim Tabellen-Dritten in der ukrainischen Liga heraus. (sid)

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    HSV-Siegestorschütze Bernardo Romeo verschaffte sich und auch den unter Erfolgsdruck leidenden Trainer Kurt Jara etwas Luft.

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