Debatte um Wiener Stadthallen-Umbau

1. Oktober 2003, 10:18
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MAK-Direktor Noever fürchtet um architektonisches Erbe Roland Rainers

Wien - "Respektlosen Umgang" mit den Entwürfen Roland Rainers bei Renovierungs-Arbeiten in der Wiener Stadthalle beklagt der Direktor des Wiener MAK, Peter Noever. Es sei "gänzlich inakzeptabel", dass nach der Entfernung des Original-Mobiliars nun durch Umbauten im Deckenbereich die "Substanz und Funktionalität" der Stadthalle verändert werde, ohne den Architekten "auch nur zu konsultieren".

In der Stadthalle gab man sich auf Anfrage "wirklich verwundert" und lädt Noever zu einem Lokalaugenschein ein: "Es gibt keine Umbauten an der Decke. Es sind auch keine geplant".

Wider ein "Klima der Respektlosigkeit"

Noever befürchtet in einem Brief, dass durch Änderungen an der Decke "die Halle ihrer Charakteristik beraubt" und das innovative Errichtungsprinzip "ad absurdum" geführt werden könnte. Dieser Umgang mit Rainers Entwürfen sei ein konkretes Beispiel von "Barbarei", die "Tendenz zur Liquidierung aller nicht an kurzfristige Interessen angepassten Qualität hat längst auch schon das kulturelle Erbe erfasst". Noever mahnt ein, gegen dieses "Klima der Respektlosigkeit" vehement aufzutreten.

Die Decke sei "eben erst gereinigt" und neu gestrichen worden, hieß es dagegen aus der Stadthallen-Geschäftsführung. Dazu mussten die Deckenplatten-Segmente abgeschraubt werden, diese seien aber "ganz genau so, wie sie runtergenommen worden sind, wieder hinaufgekommen". Ein Umbau "findet keinesfalls statt". (APA)

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