FPÖ fliegt zum Wahlkampf-Abschluss Haider ein

28. September 2003, 16:02
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Kärntner Landeshauptmann attackiert in gewohnter Manier die ÖVP, Lehrer und den Präsidenten

Linz - Vor rund 1.000 Teilnehmern schloss die FPÖ Oberösterreichs am Mittwochabend in einem Bierzelt auf dem Jahrmarktgelände in Linz-Urfahr ihren Wahlkampf für die Landtagswahl am 28. September ab. Parteichef Vizekanzler Herbert Haupt zeigte sich optimistisch, dass die Freiheitlichen in Oberösterreich ein zweistelliges Ergebnis erreichen werden. Jörg Haider präsentierte Kärnten als Beispiel für freiheitliche Politik. Oberösterreichs FP-Chef Landesrat Günther Steinkellner machte deutlich, dass es bei der Landtagswahl vor allem darum geht, nicht von den Grünen überholt zu werden.

Steinkellner: "Es geht um jede Stimme und es kann nicht sein, dass uns die Grünen überholen". Jene Grünen, die für ein Ausländerwahlrecht und gegen eine weitere Donaubrücke sowie für die Abschaffung des Bundesheeres seien. Die Freiheitlichen treten, so Steinkellner, dem gegenüber für die Bekämpfung der Kriminalität und der illegalen Einwanderung ein, "wir wollen mehr Geld für die Familien und die Kinder und nicht mehr Geld für Zuwanderung".

Haupt: "Werden zweistellig nach Hause gehen"

Haupt erzählte, dass er am kommenden Sonntag Geburtstag hat, "und dieser Wahltag wird auch ein Geburtstag für die Freiheitlichen". Es sei zwar eine Illusion, dass man in Oberösterreich das gute Ergebnis von 1997 - 20,63 Prozent - erreichen werde, "aber wir werden zweistellig nach Hause gehen".

Auftritt Haider

Jörg Haider leitete seine Ausführungen - unter dem Applaus der 1.000 Zuseher im Bierzelt - im Hinblick auf Oberösterreichs SP-Chef Erich Haider mit der Feststellung ein: "Hier spricht der richtige Haider". Dann ging er auf Kärnten ein, "wir werden am 7. März 2004 in Kärnten stimmenstärkste Partei und wieder den Landeshauptmann stellen". Kärnten sei ein "Beispiel, wie sich das auswirkt, wenn die Freiheitlichen mehr zu reden haben". "Wir zeigen: wo wir regieren, dort geht es den Menschen gut", so Haider.

"Sherpa" Haupt

Die Koalition verglich Haider mit einer Expedition in den Himalaya. Da gebe es Bergsteiger und Sherpas, in der Regierung seien "die Schwarzen die Bergsteiger und die Blauen die Sherpas, die den Rucksack tragen, aber auf dem Gipfelfoto sind dann nur die Bergsteiger und nicht die Sherpas". Das sollte man einmal umdrehen, "Schüssel soll den Rucksack tragen und der Haupt auf dem Gipfelfoto zu sehen sein" (Haider).

Eine weitere Attacke ritt Haider gegen die Lehrer und deren Dienstzeiten. Die Lehrer sollten auch "wie normale Bürger" arbeiten und wöchentlich zumindest 30 Stunden in der Schule sein, "dann hätten wir genügend Personal für die Nachmittagsbetreuung von Schülern", meinte Haider.

Haider will Präsidenten abschaffen

Für die Bundespräsidentenwahl sei derzeit bereits ein "Casting wie bei Starmania" im Gang, "jeder mittelmäßige Politiker fühlt sich für dieses Amt berufen", so Haider, der aber meinte: "Ich wäre dafür, das Amt ersatzlos zu streichen". Die Funktionen des Bundespräsidenten könnten auf die Regierung und das Parlament aufgeteilt werden. (APA)

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