Marihuana-Verkauf in Blockabfertigung

26. September 2003, 18:28
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Zwei Drogenlokale in Wien ausgehoben

Wien - In Blockabfertigung haben Dealer in zwei Wiener Lokalen ihre Kunden bedient. In den Gaststätten wurden im Laufe eines Jahres 280 bzw. 170 Kilo Marihuana veräußert. Dem lukrativen Treiben setzten Beamte vom Kriminalkommissariat West nun ein Ende. Ein Wunschkennzeichen mit seinem Spitznamen wurde dem Lieferanten der Ware zum Verhängnis.

Die beiden Beiseln in der Märzstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus wurden vom 53-jährigen Milan K. betrieben. In Hinterzimmern gingen Dealer ihren Geschäften nach. Da die Kunden zunächst ein Getränk konsumieren mussten, bevor sie in Gruppen abgefertigt wurden, verdiente K. mit. Anfang Juni stürmten Beamte zum ersten Mal das eine der Lokale und nahmen Verdächtige fest. Da wenige Wochen später das Treiben ungeniert weiter ging, kam es im Juli zu einer zweiten Razzia.

170 Kilo Suchtgift verkauft

Milan K. setzte sich rechtzeitig in seine Heimat Slowenien ab und ließ sich in Wien von seinem kleinen Bruder vertreten. Im zweiten Lokal nahm der Verkauf nach der Schließung des ersten "Drogen-Supermarktes" zu. Grund genug für die Exekutive, Ende August einzuschreiten. Sechs Männer wurden festgenommen. Die dort verkauften 170 Kilo Suchtgift hatten einen Wert von 1,5 Millionen Euro.

Am Tag nach der Aktion wollte sich K. ein Bild von der Situation verschaffen und stolperte den Kriminalisten quasi über den Weg.

Verhaftung

Geständnisse führten die Polizei auf die Spur zweier Lieferanten, die Drogen aus dem Kofferraum eines blitzblauen Opel Tigra an Dealer verkauften. Einer der Festgenommenen konnte sich an das Wunschkennzeichen am Pkw erinnern. In Baden klickten schließlich für den Lenker das Fahrzeugs und für seinen Bruder die Handschellen. Sie gaben laut Rabensteiner die Veräußerung von 16 Kilo Marihuana zu. (APA)

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