Neuer Pass statt US-Visum

25. September 2003, 22:08
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Noch herrscht Verwirrung, ab wann ein roter Pass für Besuche in den USA verpflichtend ist. Fest steht aber, dass US-Trips für einige aufwändiger und teurer werden

Alter oder neuer Pass, Visaantrag oder nicht, eigene Dokumente für die Kinder: Die bürokratischen Hürden für Reisen in die USA werden höher. Wann, steht allerdings noch immer nicht fest. Offizielle Stellen sprechen nach wie vor vom 1. Oktober 2003. In der österreichischen US-Botschaft rechnet man allerdings täglich mit der Nachricht aus Washington von der Verschiebung um ein Jahr.

Bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien skizzierte Charisse Phillips von der Wiener US-Vertretung die wichtigsten Neuerungen. Besitzer alter (grüner) Pässe haben, wie berichtet, zwei Möglichkeiten: Entweder sie holen sich ein maschinenlesbares (rotes) Reisedokument, oder sie beantragen ein Visum bei der US-Botschaft.

Um den möglichen Ansturm zu bewältigen, wird in jedem Fall ab dem 1. Oktober 2003 das Antragssystem umgestellt: Eine telefonische Terminvereinbarung ist möglich, Personalien werden schon fernmündlich aufgenommen. Auch via Internet kann ein Visum beantragt werden.

Ist man älter als zwölf und jünger als 60 Jahre, folgt ein Interview über Reisegrund, Reiseziel und Ähnliches, der Reisepass samt Visum wird dann per Post zugestellt. Phillips rät allerdings, sich gleich einen neuen österreichischen Pass zu besorgen. Denn das Visum kostet umgerechnet 87, ein Pass dagegen nur 69 Euro.

Teurer wird es übrigens auch für Eltern: Denn Kinder, die im väterlichen oder mütterlichen Pass eingetragen sind, benötigen künftig entweder ein eigenes Visum - oder einen eigenen Pass.

Studenten oder Aupairs, die länger als 90 Tage in den USA bleiben wollen, müssen in jedem Fall die Visa-Prozedur über sich ergehen lassen. Ob in diesem Fall das Interview länger dauert als bei Kurzzeitreisenden, wollte Phillips nicht näher ausführen. In keinem Fall ratsam ist es, sich nur ein 90-Tage-Visum zu besorgen und dann länger zu bleiben: Ab 180 Tagen Überzeit droht ein mindestens dreijähriges Aufenthaltsverbot.

Biometrie-Pass dauert

In der Frage der Biometrie-Pässe sei ebenfalls eine Entscheidung gefallen, verkündete die Botschaftsangehörige. Hält der Fahrplan, sollen neu ausgestellte Pässe nach dem 1. Oktober nächsten Jahres mit einem Chip zur Gesichterkennung ausgestattet sein. Bekommt man allerdings am 30. September 2004 noch einen Pass ohne biometrische Daten, dürfe man dennoch zehn Jahre lang in die USA einreisen, betonte Phillips.

Ob die neuen Maßnahmen den transatlantischen Reiseverkehr beflügeln, bleibt abzuwarten. Nach den Zahlen des US-Wirtschaftsministerium hat sich die Zahl der österreichischen Besucher in den Vereinigten Staaten zwischen 1999 und 2002 auf 97.300 Touristen halbiert. Der Rückgang fällt drastischer aus als in den Nachbarländern: Deutschland verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang um 40 Prozent. Terrorangst und schlechter Wechselkurs sorgten für 37 Prozent weniger Schweizer. (Michael Möseneder/DER STANDARD; Printausgabe, 24.9.2003)

US-Visatelefon ab 1. Oktober: 0900/510300

Link

evisaforms.state.gov

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    Mehr Sicherheit gegen Terrorattacken sollen die neuen Einreisebestimmungen in die USA bringen - für Österreicher und Kinder bedeuten sie mehr Aufwand und höhere Kosten.

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