Ebay gibt Kundendaten für Polizei frei

2. Oktober 2003, 10:37
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Behörden werden nach Anfrage umfassend informiert

Das Online-Auktionshaus Ebay soll ohne Gerichtsbeschluss Kundendaten an Ermittlungsbeamte weitergeben. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, müssen die Behörden nur inoffiziell bei Ebay anfragen, um Zugriff auf alle Nutzerdaten zu bekommen. Ein entsprechendes Statement gab der Direktor der Rechtsabteilung von Ebay, Joseph Sullivan, unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf der "Cyber Crime Conferenz 2003" in Connecticut vergangene Woche ab. Das Statement liegt der Zeitung vor.

Fax oder E-Mail

Polizeiliche Ermittler sollen bei Anfragen an Ebay keine richterliche Verfügung benötigen, sondern müssten nur ein Fax oder eine E-Mail senden. Laut Joseph Sullivan stellt das Unternehmen dann sämtliche Daten des Nutzers wie Name, Adresse und Transaktionen zur Verfügung. Bis zu 200 meist inoffizielle Anfragen gehen monatlich ein. Ebay soll auch mit Verdächtigen kommunizieren, um die Ermittler zu unterstützen. Außerdem setzt das Unternehmen sechs eigene Detektive ein, die verdächtige Nutzer ausfindig machen, beobachten und mitunter Scheingeschäfte initiieren.

Genaue Dokumentation

62 Mio. Nutzer handeln auf der Plattform des Auktionshauses. Alle Details ihrer Daten und Transaktionen werden seit 1995 genau dokumentiert. Jeder Kauf und jede Bewertung ist im System gespeichert. Auf dem Weg zur Registrierung muss ein Nutzer den AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) zustimmen. Damit ist er automatisch mit der Weitergabe seiner Daten an Behörden einverstanden. Ein entsprechender Abschnitt ist in den AGB enthalten.(pte)

Link

Ebay

Haaretz

Nachlese

Beruf: ebay

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