Diagonale irritiert die Filmbranche

17. September 2003, 18:52
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Wien - Weit gehend irritierte bis ablehnende Reaktionen zeitigt seit Dienstag die Konzeptpräsentation der neuen Diagonale unter Miroljub Vuckovic. Virgil Widrich, Regisseur und Produzent, meint: "Viel mehr als ein Grobkonzept wurde nicht verkündet. Ich habe das Gefühl, dass man die Leute mit höheren Geldmitteln einzukaufen versucht." Der Produzent Alexander Dumreicher-Ivanceanu ("Amour fou") konstatiert "das Ende der Unabhängigkeit der Diagonale von der Politik".

Besonders scharfe Kritik kommt von Viennale-Leiter Hans Hurch: "Die neue Diagonale ist ein von oben verordnetes Festival", "besetzt mit Leuten, die in einem politischen und finanziellen Naheverhältnis zu Staatssekretär Morak stehen". Geschäftsführer Tillmann Fuchs sei ein absoluter Vertrauensmann von Morak: "Er hat schon mitgearbeitet bei ,Kunst gegen Gewalt'. Das können sie jetzt bald ,Gewalt gegen Kunst' nennen."

Hurchs Fazit: "Ich würde den heimischen Filmschaffenden empfehlen, das Festival zu boykottieren. Nicht um Personen wie Vuckovic zu bestrafen, den ich für einen fähigen und integren Mann halte. Sondern um ein Zeichen zu setzen, dass diese Form von politischer Unkultur, mit der man die alte Diagonale beendet hat, nicht geht." (APA)

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